Patienten mit CED erkranken häufig während Pubertät und im jungen Erwachsenenalter. Dies hat Auswirkungen auf den Wunsch nach leiblichen Kindern und die Familienplanung. Forscher haben nun in einer Studie untersucht, ob sich Patienten mit einer CED von Gesunden in Bezug auf die Familienplanung unterscheiden.

Dazu verschickten sie postalisch Fragebögen an zufällig ausgewählte Mitglieder der Patientenorganisation Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV), außerdem an Patienten mit CED an einem Universitätsklinikum. Auch gesunde Kontrollpersonen unter den DCCV Mitgliedern und eine Zufallsstichprobe der AOK Bayern gingen in die Befragung ein.

Es wurden 947 Fragebögen ausgewertet, darunter waren 515 Frauen und 432 Männer. Insgesamt waren jeweils 44 Prozent der Männer und Frauen kinderlos. Getrennt für Frauen und Männer war nach Kontrolle für Alter kein Unterschied zwischen den Gruppen nachweisbar. Auch die Anzahl der Kinder, wenn vorhanden, war vergleichbar und lag im Durchschnitt bei 1,7 bis 2,0 Kindern pro Frau sowie 1,7 bis 2,1 Kindern pro Mann.

Auffällig war, dass Frauen mit CED, nicht jedoch die Männer, häufiger an einem unerfüllten Kinderwunsch litten als die gesunden Vergleichspersonen. 97 kinderlosen Frauen mit CED war aus gesundheitlichen Gründen von einer Schwangerschaft abgeraten worden (29 Prozent; Kontrollen: fünf Prozent). Von einer Konzeption wurde 29 Männern mit CED aus gesundheitlichen Gründen abgeraten (elf Prozent; Kontrollen: null Prozent).

Für beide Geschlechter gilt, dass Morbus Crohn-Kranken häufiger als Colitis ulcerosa-Kranken von einer Schwangerschaft beziehungsweise Konzeption abgeraten wurde (75 Prozent versus 25 Prozent). 86 Frauen mit CED verzichteten deutlich häufiger auf Kinder (26 Prozent; Kontrollen: zwei Prozent). Für 21 Männer waren keine Zusammenhänge nachweisbar.

MEDICA.de; Quelle: 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Poster Discussion