Zumindest ist das Boston so, wo 104 Frauen am „Medical Center Clinic“ befragt wurden. Die teilnehmenden Frauen waren in diese Klinik gekommen, um zum ersten Mal eine Abtreibung vornehmen zu lassen. Alle waren zwischen 18 und 39 Jahre alt. 80 der Frauen hatten einen höheren Bildungsabschluss, 88 nicht geplant, schwanger zu werden.

Die Frauen erklärten sich dazu bereit, einen Fragebogen auszufüllen, in dem sie unter anderem nach dem Gebrauch von Verhütungsmitteln gefragt wurden, nach etwaigen Hindernissen beim Gebrauch solcher Kontrazeptiva und die Erfahrungen, die sie bei diesem Thema mit Beratungsangeboten gemacht hatten.

Im Jahr vor der Schwangerschaft hatten 87 der 104 befragten Frauen irgendeine Art der Verhütung angewendet. Dazu gehörten orale Kontrazeptiva, Implantate und andere. Zum Zeitpunkt der Befruchtung jedoch benutzten 56 Frauen, also jede zweite, keinerlei Verhütungsmittel. Elf Frauen waren trotz Verhütung schwanger geworden. Sechs von ihnen benutzten das Verhütungsmittel nach eigenen Angaben falsch, in fünf weiteren Fällen hat dagegen das Verhütungsmittel selbst versagt.

Lediglich 48 von 104 Frauen waren im Jahr vor der Befruchtung in Bezug auf die Verhütung von Nachwuchs beraten worden oder hatten sich beraten lassen. Zwei Drittel der Frauen waren der Meinung, dass Verhütung ihre Aufgabe sei, nicht die der Männer.

Nach eigenen Angaben waren Nebenwirkungen der „Pille“ kein Grund für ungeschützten Geschlechtsverkehr. Allerdings fiel es vielen Frauen schwer, dieses Verhütungsmittel regelmäßig einzunehmen. Außerdem wechselten einige Frauen häufiger den Partner und die Verhütungsmethode, so dass sich keine Beständigkeit bei der Verhütung einstellte.

MEDICA.de; Quelle: 56th annual meeting of the American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG)