Auch in der Intensivmedizin ist publizierte Forschung ein Nachweis dafür, dass eine qualitative Weiterentwicklung stattgefunden hat. In einer Studie sollte das Publikationsverhalten verschiedener Fachgebiete in Bezug auf intensivmedizinische Themen überprüft und mit einer früheren Analyse verglichen werden.

Zehn im Journal Citation Report des Science Citation Index gelistete Journale, die sich vorrangig mit Intensivmedizin befassen, wurden in einer Medline-basierten Analyse über einen Zeitraum von sechs Jahren (1998 bis 2003) ausgewertet: Crit Care Med; Intensive Care Med; Resuscitation; J Crit Care; Crit Care Clin; Circulation; Chest; Am Resp Crit Care Med; Stroke; J Inf Dis. Original-Arbeiten wurden nach ihrer Herkunft differenziert: anästhesiologische, internistische, chirurgische, herzchirurgische, neurochirurgische, neurologische und pädiatrische Intensivmedizin.

Die Anzahl der Publikationen im Zeitraum von 1998 bis 2003 nahm mit 1.245 Beiträgen in allen Fachgebieten deutlich zu. Im Vergleich dazu: Zwischen 1992 und 1997 hatte es nur 621 Beiträge gegeben. In den operativen Fächern wurde insgesamt erheblich weniger publiziert als in der Anästhesie beziehungsweise in den konservativen Fächern (Herzchirurgie: 44 Beiträge; Anästhesie: 356 Beiträge; Innere Medizin: 463 Beiträge).

Viele Abteilungen publizierten überhaupt nicht oder nur vereinzelt. Die neuen Bundesländer haben in den ausgewählten renommierten Zeitschriften ihren Beitrag zum internationalen Schrifttum erheblich gesteigert.

Forschung in der Intensivmedizin ist von großer Bedeutung, da ohne publizierte Forschung Neuerungen und Verbesserungen bei der Behandlung der kritisch kranken Intensivpatienten nicht möglich ist. Einige universitäre Bereiche scheinen ihren Forschungsauftrag in diesem Bereich zu ignorieren, so die Quintessenz der Studie.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Medizinische Wochenschrift 2005, Vol. 130, S. 197-202