Rückenschmerz ist ein häufiges Problem sowohl im Jugendalter als auch bei Erwachsenen. Es hat eine hohe soziale, aber auch ökonomische Bedeutung in der Medizin und im Gesundheitswesen.

Insgesamt 2.368 Jugendliche im Durchschnittsalter von 14,5 Jahren ließen sich im Rahmen der obligatorischen Schulärztlichen Untersuchung in dieser Frage untersuchen. Alle Jugendlichen füllten zu Beginn der Untersuchung einen Fragebogen aus, in dem sowohl Angaben zur Häufigkeit und Lokalisation von Beschwerden des muskuloskelettalen Systems, als auch des sozialen Umfeldes erfragt wurden.

Außerdem gaben sie Auskunft über die Häufigkeit des Nikotin- und Alkoholkonsums und zu ihrer Sportaktivität. Nach vorhergehender Einweisung durch einen Facharzt für Orthopädie untersuchten vier Schulärzte die Jugendlichen klinisch. Dabei erfolgte eine standardisierte Untersuchung.

Die Gesamtprävalenz des Rückenschmerzes betrug 45,5 Prozent. Von diesen Jugendlichen hatten 38,2 Prozent gelegentlich Schmerzen, vier Prozent gaben an, immer bei der Belastung Rückenschmerzen zu haben. Über dauernde Rückenschmerzen klagten 3,3 Prozent der Jugendlichen. Die Prävalenz von klinisch auffälligen Befunden lag bei 28,1 Prozent. Das Zusammentreffen von Rückenschmerzen und unauffälligen Rückenbefunden lag bei 29 Prozent. Bei 11,7 Prozent der Jugendlichen wurden durch Schulärzte klinische Auffälligkeiten des Rückens ermittelt, ohne dass Schmerzen angegeben wurden. Nur in 16,5 Prozent der Fälle lagen Rückenpathologien mit gleichzeitiger Schmerzangabe vor.

Signifikant häufiger betroffen von Rückenschmerzen waren Frauen (relatives Risiko: 1,6), Realschüler (1,5), Gymnasiasten (1,7), Raucher (1,5), Jugendliche mit Skoliose (1,8), Rundrücken (1,6) und Beckenschiefstand (1,4).

MEDICA.de; Quelle: Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin 2007, Vol. 17, S. 81-87