Viele Marathonläufer verlieren zu viel Salz

Ein wichtiger Faktor zum Erreichen
des Ziels: Der Mineraliennachschub
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Marathonläufer leben mitunter gefährlich, wie man vom ersten antiken Vertreter dieser Extremsportart weiß: Angeblich soll er nach seinem Lauf tot umgefallen sein. Allerdings betrachtet man Marathonlaufen inzwischen als relativ sicheren Sport. Weniger als einer pro 50.000 Läufer stirbt dabei. Und wenn, dann verursachen meist genetische Faktoren den Tod: eine hypertrophe Kardiomyopathie zum Beispiel oder koronare Anomalien.

Erst kürzlich hat man entdeckt, dass auch eine Wasserintoxikation gefährlich werden könnte: Zu viel Wasserzufuhr einerseits und das Ausschwitzen von Mineralien wie zum Beispiel Natrium andererseits könnte zu einer gefährlichen Hyponatriämie führen.

Dass diese Gefahr nicht nur theoretisch ist, zeigt eine Studie, die im Vorfeld des Boston Marathon 2002 durchgeführt wurde: Ein bis zwei Tage vor dem Lauf wurden einige der Teilnehmer gewogen und mit einem ausführlichen Fragebogen versorgt. Den füllten sie dann nach dem Rennen aus, nachdem sie abermals gewogen und ihnen Blut abgenommen worden war. Im Fragebogen gaben sie unter anderem Auskunft über die Flüssigkeitszufuhr während des Laufs.

Von den 488 Läufern, die nach dem Rennen für die Untersuchung zur Verfügung standen, hatten immerhin 13 Prozent eine Hyponatriämie, also eine Serum-Natrium-Konzentration von weniger als 135 mmol/L. 0,6 Prozent hatten einen Wert von weniger als 120 mmol/L, was bereits als kritisch gelten muss.

Genauere Analysen zeigten, dass von einer Hyponatriämie vor allem Personen mit geringem Body Mass Index betroffen waren. Auch jene, die länger als vier Stunden für die gesamte Strecke benötigten, hatten ein erhöhtes Hyponatriämie-Risiko. Daraus kann man schließen, dass die Gefahr einer Hyponatriämie vor allem bei Hobbyläufern besteht, während Spitzensportler davon eher selten betroffen sind.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2005, Vol. 352, S. 1550-1556