Viele Studien haben gezeigt, dass Lungentransplantationen die Lebensqualität verbessern können. Allerdings beschränkten sich die meisten dieser Studien darauf, die Auswirkungen der Transplantation auf das Ausmaß respiratorischer Probleme beziehungsweise die Auswirkungen der Immunsuppression zu untersuchen. Auch Angstgefühle und Depressionen nach einer Lungentransplantation waren schon Gegenstand wissenschaftlicher Studien. Seltener dagegen wurde das Problem des postoperativen Schmerzes nach einer Lungentransplantation untersucht.

Nun haben sich Wissenschaftler des CHUM Hopital Notre-Dame, Montreal, Kanada, dieser Frage angenommen. In einer prospektiven Beobachtungsstudie untersuchten sie 96 Patienten , die sich innerhalb der letzten drei Monate vor Studienbeginn einer Lungentransplantation unterzogen hatten. Alle Probanden füllten Fragebögen zur Schmerzintensität aus. Es handelte sich dabei um das „Brief Pain Inventory“. Ähnliches galt für Angstzustände (State Trait Anxiety Inventory), Lebensqualität (Short Form-36 version 2 [SF-32v2]) und Depressionen (Beck Depression Inventory).

47 der 96 Patienten berichteten über Schmerzen. Betroffen waren vor allem die älteren Patienten und jene, die sich einer unilateralen Lungentransplantation unterziehen mussten. Einziger unabhängiger Faktor für die Vorhersage postoperativen Schmerzes war allerdings die präoperative Diagnose eines Lungenemphysems.

Patienten, die über Schmerzen klagten, zeigten deutlich schlechtere Werte im Beck Depression Inventory. In Bezug auf Angstsymptome unterschieden sich die Gruppen dagegen nicht signifikant. Schlechter auch die Werte in Bezug auf die Lebensqualität bei Patienten mit Schmerzen. Die mentale Leistungsfähigkeit dagegen war unter Schmerzen nicht eingeschränkt.

MEDICA.de; Quelle: Chest 2006, Vol. 130, S. 1535-1540