Vielversprechende Organe aus dem Labor

Weitere Tests sollen zeigen, welche
Organe im Labor hergestellt werden
können; © Picture Disk

“Dies ist ein kleiner Schritt auf dem Weg zur Möglichkeit, geschädigtes Gewebe und Organe zu ersetzen“, sagte Anthony Atala, M.D., Direktor des Instituts für Regenerative Medizin an der Wake Forest University School of Medicine, der nun daran arbeitet, 20 verschiedene Gewebe und Organe, darunter Blutgefäße und Herzen, im Labor zu „züchten“.

Die Studie umfasste Patienten im Alter von vier bis 19 Jahren, die aufgrund eines angeborenen Defekts an einer Blasenschwäche litten. Ihre Blasen waren nicht dehnbar und der mitunter daraus resultierende hohe Druck übertrug sich auf die Nieren, was Nierenschäden nach sich ziehen konnte. Ungefähr alle 30 Minuten verloren sie außerdem Urin.

Hauptziel der Operation war, den Druck innerhalb der Blase zu mindern, um die Nieren zu schonen. Zusätzlich verbesserte sich die Urininkontinenz bei allen Patienten nach der Operation.

Bei den Patienten sollte eigentlich das nicht richtig funktionierende Blasengewebe durch Gewebe aus dem Darm ersetzt werden. Diese 100 Jahre alte Vorgehensweise wird auch verwendet, um für Blasenkrebspatienten neue Blasen zu formen. Aber da der Darm dazu dient, Nährstoffe aufzunehmen und eine Blase normalerweise zum Ausscheiden gedacht ist, neigen Patienten mit solchen Blasen häufig zu Osteoporose, haben ein erhöhtes Krebsrisiko und bilden oft Nierensteine.

“Wir haben gezeigt, dass die Techniken der regenerativen Medizin dazu verwendet werden können, funktionelle und haltbare Blasen herzustellen“, sagte Atala. „Dies weist darauf hin, dass die regenerative Medizin eines Tages eine Lösung für die Knappheit an Spenderorganen bieten könnte.“

Laut Atala bedarf es noch weiterer Studien, bevor die Methode in großem Maße verwendet werden kann. Zusätzliche klinische Versuche mit den Blasen sind für den späteren Verlauf dieses Jahres vorgesehen.

MEDICA.de; Quelle: Wake Forest University Baptist Medical Center