Vielversprechende Studie über COPD in Aussicht

Hat Deutschland mehr Lungen-
kranke als das Ausland?
© NCI Visuals Online

Für Deutschland wird die Region Hannover das Modellgebiet der BOLD (Burden of Obstructive Lung Disease)-Studie sein, erklärt Professor Dr. Tobias Welte, Direktor der Abteilung Pneumologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

"Uns liegt besonders viel daran, dass die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung möglichst früh erkannt wird, damit sie rechtzeitig und richtig behandelt werden kann. Dazu müssen wir mehr über die Krankheit und ihre Verbreitung wissen. Gerade Raucher haben noch eine Chance, mit dem schädlichen Rauchen aufzuhören, wenn die COPD bei ihnen früh diagnostiziert wird", sagt Dr. Ursula von der Leyen.

Eine standardisierte Befragung und ein Lungenfunktionstest sind die wesentlichen Elemente der Studie. Rund 1.000 Personen aus der Region Hannover - je zur Hälfte Frauen und Männer - werden willkürlich ausgewählt, angeschrieben und gebeten, bei der Studie mitzumachen.

Ihre Aufgabe ist es, den Fragebogen mit 15 Seiten auszufüllen und den Lungenfunktionstest zu machen. Die Krankengeschichte wird ausführlich erfragt, das mögliche Raucherverhalten oder auch eventuelle Versuche der Entwöhnung. Arztbesuche oder ein Klinikaufenthalt werden ebenso erfasst wie die Lebensqualität.

"Unser Ziel ist es, auf diese Weise einen statistisch fundierten Querschnitt durch die Bevölkerung zu erhalten und genau herauszufinden, wie häufig die COPD tatsächlich ist", sagt Professor Welte. "Dabei hoffen wir auf die Mithilfe der angeschriebenen Menschen."

Häufigste Ursache ist das Rauchen. Die Gefahr, an einer COPD zu erkranken, nimmt mit der Menge der inhalierten Zigaretten deutlich zu. Selten können auch andere Substanzen wie Stäube, Dämpfe und Gase oder genetische Ursachen zur COPD führen.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Hochschule Hannover