Hirnblutungen sind die tödlichste Form eines Schlaganfalls und führen zu den schwerwiegendsten Behinderungen. "Bislang steht für diese Variante des Schlaganfalls keine akute Therapie zur Verfügung", so Professor Dr. Thorsten Steiner von der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg. Wie die bisherigen Resultate einer Studie zeigen, lassen sich durch die Behandlung mit dem gentechnisch hergestellten Gerinnungsfaktor VIIa deutliche Verbesserungen in der Therapie von Hirnblutungen (sogenannten spontanen intracerebralen Blutungen) erzielen.

Besonders problematisch ist, dass etwa 30 Prozent aller Patienten mit spontanen intracerebralen Blutungen innerhalb von vier Stunden Nachblutungen erleiden. "Diese Zunahme der Blutung führt zu einer signifikanten Verschlechterung der Gesamtprognose", so Steiner. Daher sollte eine frühe Behandlung auf eine Minderung der Nachblutungen abzielen, um die klinischen Behandlungsergebnisse zu verbessern.

Eine Studie, an der insgesamt 399 Patienten aus 73 Zentren in 20 Ländern teilnahmen, zeigte: Die Behandlung von Patienten mit schweren Hirnblutungen mit dem gerinnungsfördernden Wirkstoff innerhalb von 4 Stunden nach Symptombeginn reduzierte nicht nur signifikant das Ausmaß der Nachblutung, sondern auch die Zahl der Patienten, die nach einer Hirnblutung starben.

"Ebenso war das klinisch-funktionelle Ergebnis nach drei Monaten im Vergleich mit Placebo behandelten Patienten besser", berichtet Steiner. Die Therapie mit dem Gerinnungsfaktor VIIa führte nicht zu einer erhöhten Rate an schwerwiegenden Nebenwirkungen, wenn alle Dosisgruppen (40, 80 und 160 µg/kg) zusammengefasst wurden. Aber bei der höchsten Dosis traten signifikant häufiger (5 Prozent) Gefäßverschlüsse auf, die ihrerseits zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen führten.

MEDICA.de; Quelle: Kompetenznetz Schlaganfall