Das maligne Melanom gehört zu den häufigsten Krebsarten bei Männern. Allerdings ist dieser Krebs, da er äußerlich auftritt, in der Regel gut zu entdecken. Patienten selbst können also zu einer raschen Diagnose beitragen. Die Hälfte aller malignen Melanome wird von den Patienten selbst entdeckt. Personen, die ihre Haut regelmäßig selbst untersuchen, kommen zu einem Zeitpunkt zum Arzt, in dem das Melanom durchschnittlich erst halb so weit fortgeschritten ist wie maligne Melanome bei Personen, die ihre Haut nicht untersuchen. Tatsächlich haben Untersuchungen gezeigt, dass regelmäßige Selbstuntersuchung die Melanom-Mortalität um bis zu 63 Prozent senkt.

Allerdings kann eine Eigenuntersuchung schwierig sein, vor allem für ältere und sehbehinderte Menschen. Daher hat man nun untersucht, ob es sinnvoll ist, Paare für eine gegenseitige Untersuchung zu schulen. 130 Personen und ihre Partner, die im gleichen Haushalt leben, stellten sich für diese Studie zur Verfügung. Man brachte entweder den Probanden alleine oder auch ihren Partnern die ABCDE-Regel bei (asymmetry of shape, border irregularity, color variegation, diameter more than 6 mm, evolution of the lesion).

Vier Monate nach dem Trainingsprogramm wurden alle Teilnehmer besucht. Dabei zeigte sich, dass jene Probanden, die nicht nur alleine geschult worden waren, sondern auch deren Partner, ihre Haut regelmäßiger selbst untersuchten als jene Probanden, die ohne Partner geschult worden waren. Außerdem betrachteten diese Probanden die Selbstuntersuchung wichtiger.

Dies unterstreicht, wie wichtig ein Partner bei der Krebsvorsorge ist: Partner üben einen gewissen positiven Druck aus und sind ein ständiges „schlechtes Gewissen“. Außerdem gibt es noch einen ganz banalen Grund, warum der Partner mitgeschult werden sollte: Zu zweit kann man Stellen begutachten, die man alleine nicht so gut betrachten kann, zum Beispiel den Rücken.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Dermatology 2007, Vol. 143, S. 37-41