Statistisch erleidet eine von vier Frauen in Schweden eine Oberschenkelhalsfraktur während ihres Lebens. Die Mortalität im darauf folgenden Jahr liegt bei 20 Prozent. Man weiß, dass die Knochendichte und andere klinische Faktoren das Risiko einer Oberschenkelhalsfraktur erhöhen. Es ist aber noch immer sehr schwierig, jene Personen herauszufinden, die ein erhöhtes Risiko für eine solche Fraktur haben. In einer schwedischen Studie wurde jetzt untersucht, ob der Arzt mit einigen simplen Fragen mit einer ausreichenden Sicherheit ein erhöhtes Frakturrisiko bei seiner Patientin vorhersagen kann.

Dieser „Fracture and Mortality (FRAMO) Index” mit 22 Fragen wurde an 1.498 Frauen in Schweden verschickt. Sie alle waren älter als 70 Jahre. Gefragt wurde unter anderem nach Alter, Gewicht, Körpergröße, Mobilität, vorausgegangenen Frakturen, Raucherstatus, Medikamentengebrauch und anderem.

Aus allen Parametern wählten die Studienleiter vier aus: Alter über 80 Jahre, Gewicht unter 60 Kilogramm, vorausgegangene Frakturen und der Gebrauch eines Arms, um aus dem Sessel aufzustehen.

Jene Teilnehmerinnen, auf die keiner bis maximal einer dieser vier Punkte zutraf, hatten ein Risiko von 0.8 Prozent, in den folgenden zwei Jahren eine Oberschenkelhalsfraktur zu erleiden. Das Mortalitätsrisiko bei ihnen lag bei 3.2 Prozent. Zwei bis vier dieser Risikofaktoren erhöhten das Risiko einer Oberschenkelhalsfraktur auf 5.4 Prozent und das Mortalitätsrisiko auf 23.7 Prozent.

Damit hat der FRAMO-Index nach Ansicht der Studienleiter bewiesen, dass man mit vier einfachen Fragen einen großen Teil jener Frauen erkennen kann, die ein erhöhtes Risiko für einen Oberschenkelhalsbruch haben. Bei ihnen sollte der Arzt dann besondere Maßnahmen ergreifen, um eine solche Fraktur zu verhindern.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Family Medicine 2007, Vol. 5, S. 48-56