Rhinoviren sind die Ursache des so genannten grippalen Infekts, den jeder kennt. Typischer Infektionsweg ist die Tröpfcheninfektion. Weniger bekannt ist, dass sich Rhinoviren auch an Oberflächen festsetzen können.

Wie lange sie dort lebensfähig sind, also noch übertragen werden können, hat jetzt eine Arbeitsgruppe der University of Virginia Health System in Charlottesville, USA, untersucht. 15 Personen mit grippalem Infekt und labormedizinisch nachgewiesener Infektion mit Rhinoviren nahmen an dieser Studie teil. Die Studienleiter wählten ein ungewöhnliches Studiendesign für ihre Untersuchung: Sie mieteten jeweils ein Hotelzimmer für jeden Probanden an. Dort mussten die Erkälteten mindestens fünf Stunden lang wach bleiben, bis sie schlafen gehen durften. Nach dem Aufstehen sollten sie noch mindestens zwei Stunden im Hotelzimmer bleiben, bevor sie auschecken durften. Besucher waren nicht erlaubt. Alle Probanden erstellten eine Liste der Gegenstände im Raum, die sie angefasst hatten. Dann nahm die Arbeitsgruppe Proben von zehn Gegenständen auf der Liste und untersuchte sie labormedizinisch.

Insgesamt wurden 150 Oberflächen untersucht, die von den Erkälteten berührt worden waren. Auf 35 Prozent der Oberflächen entdeckten die Studienleiter tatsächlich Rhinoviren, die nach 24 Stunden noch lebensfähig waren. Die häufigsten infizierten Oberflächen waren Türgriffe, Lichtschalter, Wasserhähne, Telephonhörer und TV-Fernbedienungen.

Obwohl der Übertragungsweg mittels getrockneten und infizierten Schleims nicht der „effektivste“ Übertragungsweg aus Sicht der Viren ist, so stimmt das Ergebnis nach Ansicht der Experten doch bedenklich. Offenbar reicht es nicht, sich von einem Erkälteten fern zu halten, um sich zu schützen. Man sollte auch darauf achten, was er in die Hand genommen hat.

MEDICA.de; Quelle: 46th Interscience Conference on Antimicrobial Agents and Chemotherapy