Virtuelles Chirurgen-Training mit 3D-Modellen

3D-Übung macht den Meister
© Uni Magdeburg

Die Visualisierungsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Preim, Fakultät für Informatik der Magdeburger Universität, ist in ein nationales Konsortium aus weiteren 28 Forschungsinstituten, Firmen und Universitätskliniken eingebunden.

Das Konsortium verbessert die Planung komplexer Leberoperationen. Mit Hilfe von Computertomographiedaten soll ein System entwickelt werden, mit dem der Chirurg vor der Operation das optimale Vorgehen simulieren, planen und die mit dem Eingriff verbundenen Risiken bewerten kann, erläutert Bernhard Preim, Professor für Visualisierung.

Dazu wird mit Hilfe hoch spezialisierter Algorithmen aus den CT-Daten eine 3D-Karte der Anatomie des Patienten abgeleitet. Die Übertragung der Planungsergebnisse in den Operationssaal stellt dabei den anspruchvollsten Teil des Vorhabens dar. Ähnlich wie bei einem Navigationssystem im Auto sollen die operierenden Ärzte auf die Informationen im Operationssaal Zugriff haben. Die Position ihrer Instrumente wird an der entsprechenden Stelle in der 3D-Karte des Patienten eingezeichnet und kritische Strukturen wie große Blutgefäße markiert.

Die Magdeburger Wissenschaftler werden in enger Abstimmung mit Chirurgen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf sowie des Allgemeinen Krankenhauses Celle die angehenden Chirurgen mit der neuartigen Computerunterstützung vertraut machen.

Die Mediziner werden anhand von 3D-Modellen der Patientenanatomie darauf vorbereitet, Operationen zu simulieren und eine Operationsstrategie zu entwickeln, die mit den realen Operationsentscheidungen erfahrener Chirurgen verglichen wird. Das virtuelle Training wird von der Arbeitsgruppe um den Magdeburger Informatiker Bernhard Preim durchgeführt.

MEDICA.de; Quelle: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg