Eine Fischaugenkamera überwacht den gesamten Wohnraum und sendet die Bilder an einen Computer, der die Bildinformation auswertet. Hierbei wird die Person zunächst im Bild erkannt und vom Hintergrund getrennt. Eine Analyse des Orientierungswinkels der Körperachse der Person ermöglicht nun das Erkennen von gestürzten Personen.

Selbst Stürze bei schlechten Sichtverhältnissen werden registriert. Bei Dunkelheit wird die Kamera durch Infrarot- oder Halogenlampen unterstützt, wobei die entstehenden Schatteninformationen zum Aufspüren von Stürzen verwendet werden. Wird ein Sturz erkannt, wird automatisch ein Alarm ausgelöst, ohne dass ein Alarmknopf gedrückt werden muss. Das System kann mit einem herkömmlichen Personalnotrufsystem gekoppelt werden.

Eine Bedienung ist nicht erforderlich. Einmal eingeschaltet, funktioniert es automatisch. Die aufgezeichneten Bilder bleiben für Dritte unsichtbar im Computer. Andererseits kann das visuelle Notrufsystem aber auch Ärzten zusätzliche Informationen für eine langfristige Gesundheitsanalyse zur Verfügung stellen. Die Bewegungen der Person innerhalb der Räume werden verknüpft mit zeitlichen Abhängigkeiten: Die Person geht weniger oder langsamer. So kann der Arzt zum Beispiel beurteilen, wie lange eine Person allein leben kann.

"Die größte Herausforderung ist es, dem Computer das Sehen bei zu bringen", so Jens Spehr, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Robotik und Prozessinformatik der Technischen Universität Braunschweig, der die Sturzproblematik mit Methoden der Bildverarbeitung und Mustererkennung bearbeitet. "Der Computer muss unterscheiden können, ob eine Person sich beugt oder stürzt". Als nächste Herausforderung arbeitet der Wissenschaftler an der automatischen Erkennung von Verhaltensmustern, wie zum Beispiel Medikamenteneinnahme oder Trinken.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig