Es gehört zum Allgemeinwissen jeder verantwortungsvollen Mutter: Vitamin C soll gegen Erkältungen helfen. Tatsächlich ist dieser Glaube noch gar nicht so alt. Erst im Jahre 1971 hatte eine Studie nachgewiesen, dass Vitamin C gegen die gewöhnliche Erkältung, also nicht die echte Grippe, helfen soll. Spätere Studien zu diesem Thema haben aber unterschiedliche Ergebnisse gebracht. So ist bis heute unklar, ob Vitamin C tatsächlich krankheitsverhütend wirkt oder dies doch eher in das Reich des Wunschdenkens gehört.

Nun gibt es wieder eine umfangreiche Meta-Analyse zu diesem Thema. Wissenschaftler der Cleveland Clinic of Case Western Reserve University in Ohio haben Studien aus den vergangenen 40 Jahren analysiert, die die Wirkung von mindestens 0,2 Gramm Vitamin C pro Tag gegen Placebo getestet haben. Dabei ging es um die Verhütung von Erkältungen.

An den 30 Studien, die den methodischen Mindestanforderungen gerecht wurden, hatten seit 1976 genau 11.350 Probanden teilgenommen. Das Gesamtergebnis war eher ernüchternd: Wer mindestens 0,2 Gramm Vitamin C pro Tag zu sich nimmt, hat zwar gegenüber jenen, die kein Vitamin einnehmen, rechnerisch ein geringeres Risiko sich zu erkälten. Das relative Risiko lag jedoch nur bei 0,96 und war nicht signifikant.

Anders dagegen, als man sich bestimmte Subgruppen der Probanden ansah: So hatten Marathonläufer, Schweizer Schulkinder in einem Skicamp und kanadische Soldaten beim Wintertraining ein relatives Risiko von 0,5, sich zu erkälten, wenn sie prophylaktisch Vitamin C zu sich nahmen. Dies war hoch signifikant.

Die Studienleiter ziehen daraus die sehr vorläufige Schlussfolgerung, dass Vitamin C generell keine Erkältungen verhindert, allerdings körperlich besonders beanspruchten Personengruppen helfen kann, fit zu bleiben.

MEDICA.de; Quelle: Cochrane Database Syst Rev 2007