Ältere Menschen, die bereits einmal eine Fraktur hatten, haben ein erhöhtes Risiko, eine weitere Fraktur zu erleiden. Häufig werden Vitamin D und Kalzium zur Sekundärprophylaxe empfohlen. In einer Studie sollte nun untersucht werden, ob Vitamin D3 und Kalzium – alleine oder in Kombination – eine effektive Sekundärprophylaxe von Frakturen darstellen.

An dieser Studie nahmen 5.292 Personen im Alter von über 70 Jahren teil. Alle hatten zuvor bereits eine Fraktur erlitten, die mit einem nur geringen Trauma verbunden war. Randomisiert erhielten sie täglich 800 IU orales Vitamin D3, 1000 mg Kalzium, die Kombination aus beidem oder Placebo. Die Teilnehmer wurden zwischen 24 und 62 Monate lang nachverfolgt.

698 (13 Prozent) der 5.292 Teilnehmer erlitten während des Nachuntersuchungszeitraums eine weitere Fraktur. In 183 Fällen (26 Prozent) war diese eine Oberschenkelhalsfraktur. Die Inzidenz neuer Frakturen war unabhängig davon, ob die Probanden Kalzium eingenommen hatten oder nicht: 331 (12,6 Prozent) von 2.617 versus 367 (13,7 Prozent) von 2.675. Ähnlich enttäuschend das Ergebnis in Bezug auf Vitamin D3: 353 (13,3 Prozent) von 2.649 Probanden unter Vitamin D3 erlitten eine weitere Fraktur versus 345 (13,1 Prozent) von 2.643. Auch die Kombination aus Vitamin D3 und Kalzium brachte gegenüber Placebo keinen Vorteil: 165 (12,6 Prozent) von 1.306 Probanden unter der Kombination erlitten eine Fraktur versus 179 (13,4 Prozent) von 1.332.

In Bezug auf radiographisch festgestellte Frakturen, Oberschenkelhalsfrakturen, Stürze, Lebensqualität oder Todesfälle gab es keinerlei statistischen Unterschiede zwischen den vier Untersuchungsgruppen. Die Compliance lag bei Kalzium wegen gastrointestinaler Symptome niedriger als in den anderen Gruppen.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2005, Vol. 365, S. 1621-1628