In den letzten Jahren hat die Wissenschaft dem Vitamin D verstärkt Aufmerksamkeit gewidmet wenn es um die Knochengesundheit geht. Allerdings ist noch immer nicht bekannt, welche Menge man davon aufnehmen muss, um einen optimalen Knochenschutz zu erreichen. Der allgemein anerkannte Indikator für den Vitamin-D-Status ist der Serum-Spiegel des 25-Hydroxyvitamin D. Es gibt keine internationale Einigkeit darüber, wie hoch dieser Spiegel idealerweise sein sollte.

In einer Studie hat eine Arbeitsgruppe um Dr. Gunnar Sigurdsson vom Landspitali-University Hospital in Reykjavik, Island, nun den Zusammenhang zwischen Vitamin D und der Kalziumaufnahme untersucht. Die Wissenschaftler gewannen 944 gesunde Erwachsene aus Island für ihre Studie. Alle Probanden waren zwischen 30 und 85 Jahre alt bei einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis. Mit Hilfe eines Ernährungs-Fragebogens erhoben die Studienleiter die Aufnahme von Vitamin D und Kalzium und untersuchten den Serum-Spiegel des 25-Hydroxyvitamin D. Die Wissenschaftler interessierten sich vor allem für den Serum-Wert des Hormons PTH.

Der Serum-PTH-Wert war am niedrigsten in der Gruppe jener Probanden, deren Serum-25-Hydroxyvitamin D-Spiegel über 18 ng/mL lag und am höchsten bei einem Serum-25-Hydroxyvitamin D-Spiegel unter 10 ng/mL. Den Probanden in der zuletzt genannten Gruppe half es, wenn sie Kalzium zu sich nahmen: Eine Kalzium-Aufnahme von mehr als 800 mg/Tag normalisierte den Kalzium-Metabolismus, wie sich an den PTH-Spiegeln zeigte. Jene Probanden aber, deren Serum-25-Hydroxyvitamin D-Spiegel bereits sehr hoch war, profitierten nicht weiter von einer hohen Kalziumaufnahme über 800 mg/Tag.

Die Studienautoren schließen daraus, dass ausreichend Vitamin D für den Knochen viel wichtiger ist, als eine hohe Kalziumaufnahme.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2005, Vol. 294, S. 2336-2341