Den Metaboliten des Vitamin D schreibt man eine protektive Wirksamkeit gegen bestimmte Karzinomarten zu. Zumindest haben das verschiedene Studien gezeigt, die aber nicht ohne Widerspruch blieben. Nun wurden die Daten zweier großer Studien zusammen untersucht: der „Harvard Nurses Health Study“ und der „St. George's Hospital Study“. In beiden Studien waren unter anderem die Vitamin D-Spiegel der Probanden erhoben worden.

Die Studienleiter teilten die Daten der insgesamt 1.700 Probanden gemäß ihrer Vitamin D-Spiegel in fünf Gruppen ein: von der untersten Gruppe – 25-Hydroxyvitamin D unter 13 ng/mL – bis zur höchsten Gruppe – mehr als 52 ng/mL.

Anschließend verglich man diese Daten mit der Karzinominzidenz. Dabei, so stellten die Wissenschaftler fest, sinkt das Karzinomrisiko mit dem 25-Hydroxyvitamin D-Spiegel: Probanden in der obersten Gruppe hatten ein 50 Prozent geringeres Risiko, an einem Mammakarzinom zu erkranken, als Probanden, deren Spiegel in der untersten Gruppe lag.

Um einen Spiegel von mindestens 52 ng/mL zu erreichen, muss man etwa 4.000 IU Vitamin D3 zu sich nehmen. Dies übersteigt die offiziellen Empfehlungen der National Academy of Sciences um etwa das Doppelte. Demnach sollte man nämlich 2.000 IU Vitamin D3 pro Tag zu sich nehmen.

Eine weitere Studie weist in eine ähnliche Richtung. Dabei kombinierte man fünf unabhängige Studien zum Zusammenhang von Vitamin D-Spiegeln und Kolonkarzinomen. Von den 1.448 Teilnehmern hatten 535 ein Kolonkarzinom, 913 waren gesunde Vergleichspersonen. Gemäß der Vitamin D-Spiegel unterteilet man die Probanden in Quintilen.

Gemäß dieser Untersuchung sinkt die Inzidenz eines Kolonkarzinoms um die Hälfte, wenn man die Blutspiegel auf 34 ng/mL Vitamin D anhebt. Die Studienleiter glauben, dass man die Inzidenz sogar um zwei Drittel senken kann, wenn die Vitamin D-Spiegel über 46 ng/mL liegen.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Preventive Medicine 2007, Vol. 32, S. 210-216