Als Folge einer Osteoporose kommt es nicht selten zu banalen, nicht-traumatischen Frakturen des Oberschenkelhalses, des Armes oder der Schulter. Häufig sind von solchen Frakturen im höheren Lebensalter jene Personen betroffen, die eine Vitamin D- und Kalzium-Unterversorgung aufweisen. Folglich liegt die Vermutung nahe, dass eine zusätzliche Versorgung mit Vitamin D und Kalzium den Knochen stärken könnte.

Diese Hypothese hat jetzt eine Arbeitsgruppe um Dr. Mette F. Hitz vom Kopenhagen University Hospital Hvidovre in Dänemark untersucht. In einer doppel blinden Studie untersuchten sie den Effekt einer einjährigen Versorgung mit Vitamin D und Kalzium auf den Stoffwechsel des Knochens und die Knochendichte. 122 Patienten nahmen daran teil. Sie alle hatten kürzlich eine banale Fraktur als Folge einer Osteoporose erlitten. Randomisiert erhielten sie täglich 3.000 Milligramm Kalzium plus 1.400 IU Cholecalciferol oder Placebo.

Im lumbalen Spinalbereich zeigte sich nach zwölf Monaten ein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen: Während sich in der Interventionsgruppe die Knochendichte (Bone Mass Density: BMD) erhöhte, sank sie in der Placebo-Gruppe. Der Unterschied war signifikant. Im Oberschenkel dagegen ergab sich keinerlei signifikanter Unterschied in der Knochendichte.

Als man das Ergebnis nach dem Alter unterschied, zeigte sich, dass besonders Patienten über 70 Jahre von der geballten Vitamin- und Kalziumdosis profitieren, weniger dagegen Personen unter 70 Jahre (p kleiner 0.05). Weiterer interessanter Hinweis: Je mehr sich die Personen bewegten oder gar Sport betrieben, desto stärker schlugen die Vitamin D- und Kalzium-Supplemente an. Dies unterstreicht nach Ansicht der Studienleiter die Wichtigkeit einer lebenslangen Beweglichkeit bis ins hohe Alter hinein.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Clinical Nutrition 2007, Vol. 86, S. 251-259