Das zeigen Ergebnisse einer kanadischen Studie, die jetzt auf dem „American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2008 Annual Meeting“ vorgestellt wurden. An dieser Studie nahmen Frauen mit einem Mammakarzinom teil. Mehr als ein Drittel von ihnen (37,5 Prozent) hatte einen Vitamin D-Spiegel unter 50 nmol/L, was einem Vitamin D-Mangel gleich kommt. Weitere 38 Prozent der Frauen hatten einen Vitamin D-Spiegel, der als „ungenügend“ klassifiziert wurde und lediglich 24 Prozent der Mammakarzinompatientinnen verfügten über ausreichend Vitamin D in ihrem Körper, nämlich mehr als 72 nmol/L.

Alle Frauen wurden nach Beginn der jeweiligen Intervention im Durchschnitt 11,6 Jahre lang nachverfolgt. Dabei zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem Vitamin D-Status und der Prognose des Mammakarzinoms: 85 Prozent der Frauen mit einem ausreichenden Vitamin D-Status lebten noch nach Ende der Studie. Von jenen Frauen, die zu Beginn einen klaren Vitaminmangel aufwiesen, hatten dagegen nur 74 Prozent den Nachverfolgungszeitraum überlebt. Damit errechnet sich ein 70 Prozent höheres Mortalitätsrisiko bei Vitamin D-Mangel im Vergleich zu einem ausreichenden Vitamin D-Spiegel (p gleich 0.02). Die meisten Todesfälle in diesen beiden Gruppen waren Folgen des Mammakarzinoms.

Allerdings zeigte die Studie auch, dass ein zu hoher Vitamin D-Spiegel möglicherweise ebenfalls schädlich sein könnte. Für Studienleiterin Doktor Pamela Goodwin jedenfalls sollten diese Befunde aufhorchen lassen. Es sei zwar noch zu früh, Frauen generell die Einnahme von Vitamin D-Präparaten zu empfehlen, um bei einem möglichen Mammakarzinom bessere Überlebenschancen zu haben.

Dennoch sei die Einnahme von Vitamin D auch mit Blick auf die Osteoporoseprophylaxe zu empfehlen. Allerdings sollten Frauen dann regelmäßig ihre Blutwerte überprüfen lassen, um einen zu hohen Vitamin D-Spiegel zu vermeiden.

MEDICA.de; Quelle: American Society of Clinical Oncology 2008 Annual Meeting Abstract 511