Kürzlich hat eine Meta-Analyse den Verdacht erregt, dass Vitamin E in höheren Dosen möglicherweise das Leben von Patienten mit einer kardiovaskulären Erkrankung verkürzt. Ärzte waren daher besorgt, dass Vitamin E auch bei Alzheimer-Patienten mehr schaden als nützen könnte. Diese Befürchtung ist wohl gegenstandslos, wie jetzt eine Studie unter der Leitung von Dr. Valory Pavlik vom Baylor College of Medicine, in Houston, Texas, gezeigt hat. Pavlik stellte die Ergebnisse beim Jahreskongress „American Academy of Neurology (AAN) 60th Annual Meeting“ vor.

Die Experten untersuchten 847 Patienten mit einer Alzheimer-Demenz, die zwischen 1990 und 2004 am Baylor's Alzheimer's Disease and Memory Disorders Center behandelt wurden. Randomisiert erhielten die Patienten entweder antidementielle Wirkstoffe plus 2.000 IU Vitamin E pro Tag oder Anti-Demenz-Wirkstoffe und Placebo. Starb ein Patient aus dieser Kohorte während des Nachbeobachtungszeitraums von durchschnittlich 4,9 Jahren, so erfuhren dies die Studienleiter aus telefonischen Nachfragen. Eine Recherche beim „National Death Index“ bestätigte dies dann.

Große Erleichterung, als man die Mortalitätsraten mit der Einnahme von Vitamin E verglich. So erhöhte Vitamin E die Mortalität bei Morbus Alzheimer keineswegs. Ganz im Gegenteil: Sie lag sogar um etwa 26 Prozent niedriger im Vergleich zu Probanden, die das Vitamin nicht genommen hatten.

Um zu klären, ob dieses Ergebnis auf das Vitamin E oder die antidementiellen Wirkstoffe zurückzuführen ist, machten die Studienleiter eine weitere Untersuchung: Sie verglichen jene Probanden, die zum antidementiellen Wirkstoff Vitamin E genommen hatten, mit solchen, die ausschließlich Vitamin E nahmen. Klares Ergebnis: Die Absenkung der Mortalität kommt durch das Vitamin E zustande. Die antidementiellen Wirkstoffe haben darauf praktisch keinen Einfluss.

MEDICA.de; Quelle: American Academy of Neurology 60th Annual Meeting