Die Präeklampsie zeichnet sich durch eine Hypertonie in Verbindung mit einer Proteinurie aus. Diese Multi-Organ-Erkrankung kann die Leber angreifen, die Nieren, das Gehirn und das Blutgerinnungssystem. Die Präeklampsie gehört zu den häufigsten Todesursachen Schwangerer weltweit, vor allem in ihrer stärksten Ausprägung, der Eklampsie mit HELLP-Syndrom. Noch immer sind die genauen Mechanismen, die zu einer Präeklampsie führen, nicht bekannt. Man glaubt, dass oxidativer Stress eine der wesentlichen pathophysiologischen Ursachen ist. Daraus haben Mediziner gefolgert, dass antioxidative Wirkstoffe ein guter Schutz gegen Präeklampsien sein müssten.

Dies scheint ein Wunschtraum zu sein, wie jetzt eine systematische Untersuchung zeigt. Wissenschaftler haben verschiedene Datenbanken durchsucht und alle Studien zu dieser Frage einer Re-Analyse unterzogen. Fünf Studien genügten den strengen Qualitätskriterien. 6.533 Frauen hatten an diesen Studien teilgenommen. In den meisten Untersuchungen nahmen die Frauen Vitamin C und Vitamin E kombiniert als Präeklampsie-Prophylaxe ein.

Große Enttäuschung, als man die Vitamin-Gruppe mit der Kontrollgruppe verglich: Bei keinem der untersuchten Parameter hatten die Frauen irgendeinen Vorteil, wenn sie die genannten Vitamine einnahmen: Weder senkte dies das Risiko einer Präeklampsie, noch verringerte es die Rate von Frühgeburten oder geringem Geburtsgewicht. Auch das Risiko einer Fehlgeburt lässt sich durch Vitamine nicht positiv beeinflussen, ebenso wenig das Risiko neonataler Todesfälle.

Im Gegenteil: Die Frauen unter der hochdosierten Vitamingabe klagten gegen Ende der Schwangerschaft sogar häufiger über Unterleibsschmerzen als Frauen ohne Vitamingabe. Außerdem benötigten sie häufiger ein Antihypertensivum.

MEDICA.de; Quelle: Cochrane Database Syst Rev 2008, Published Online