Rauchen verursacht ungefähr 90 Prozent aller Lungenkarzinome. Mit dem Rauchen aufzuhören ist daher die beste Prävention des Lungenkarzinoms. Es gab aber vereinzelt Hinweise darauf, dass auch die Einnahme von Vitaminen oder ein hoher Konsum von Obst das Lungenkarzinomrisiko vermindern könnte. Die bisherigen Daten dazu waren aber nicht überzeugend. In einer neuen, großen Studie hat man nun untersucht, welchen Einfluss Vitamin-Supplemente auf das Lungenkarzinomrisiko haben und ob es dabei eine Dosis-Wirkungs-Beziehung gibt.

Dazu nutzten Wissenschaftler Daten der „VITamins And Lifestyle (VITAL) study“, die in Washington, USA, durchgeführt wurde. Mehr als 77.000 Personen nahmen an dieser Studie teil und beantworteten zwischen 2000 und 2002 Fragebogen, in denen sie unter anderem Auskunft gaben über ihre Ernährungsgewohnheiten. Dazu gehörten auch die Einnahme von Vitaminpillen. Anhand dieser Angaben schätzten die Studienleiter, wie viele Vitamine die Probanden in den zehn Jahren vor Beginn der Studie zu sich genommen hatten. Während des Nachbeobachtungszeitraums von durchschnittlich vier Jahren erkrankten 521 Personen an einem Lungenkarzinom.

Enttäuschend dann der Vergleich mit der Einnahme von Vitaminen: Weder Multivitaminpräparate, noch das Vitamin C oder Folsäuresupplemente hatten irgendeinen Einfluss auf das Risiko eines Lungenkarzinoms, unabhängig davon, wie lange diese Vitamin eingenommen wurden.

Bei Vitamin E zeigte sich sogar ein Anstieg des Lungenkarzinomrisikos: Probanden, die mindestens zehn Jahre lang 400 mg Vitamin E pro Tag als Nahrungssupplement zu sich nahmen, hatten ein 28 Prozent höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Vitamin E fördert dabei vor allem das Entstehen von nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen. Vor allem Raucher sind gefährdet. Wer raucht und viel Vitamin E zu sich nimmt, erhöht das Risiko, an einem Lungenkarzinom zu sterben, um 59 Prozent.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine 2008, Vol. 177, S. 524-530