Vitamine und Mineralien schützen vor Prostatakrebs

Die (Vitamin-)Pille für den Mann
zahlt sich aus; © Hemera

Randomisierte Studien hatten bereits gezeigt, dass die Nahrungsergänzung mit Selenium oder Vitamin E das Risiko eines Prostatakarzinoms senken kann. In einer prospektiven Studie haben das Wissenschaftler vom Laval University Cancer Research Center in Quebec City, Kanada, nun prospektiv etwas genauer untersucht.

Für die so genannte SU.VI.MAX-Studie gewannen sie 5.141 Männer. Randomisiert erhielten die Probanden täglich entweder eine Nahrungsergänzung mit verträglichen Dosen von Vitamin C, Vitamin E, Beta-Karotin, Selenium und Zink oder Placebo. Das Ganze über einen Zeitraum von acht Jahren. Zu Beginn der Studie und nach deren Ende untersuchten die Studienleiter bei den Probanden die PSA-Werte sowie den insulin-like growth factors (IGFs)-Wert.

Während des Nachbeobachtungszeitraums traten insgesamt 103 Fälle von Prostatakarzinomen auf. Über alle Männer betrachtet hatte die Einnahme des Vitamin-Mineraliencocktails keinerlei Auswirkungen auf die Inzidenz von Prostatakarzinomen.

Völlig anders dagegen die Situation, wenn man den Ausgangswert des PSA-Spiegels betrachtete: Bei Männern, die zu Beginn der Studie einen PSA-Wert von unter drei Mikrogramm/L hatten und die Nahrungsergänzung einnahmen, verringerte sich das Risiko, an einem Prostatakarzinom zu erkranken, um 48 Prozent.

Das genaue Gegenteil trat bei Männern ein, deren Basis-PSA-Wert über drei Mikrogramm/L gelegen hatte: Deren Risiko, an einem Prostatakarzinom zu erkranken, stieg unter der Nahrungsergänzung um 54 Prozent! Allerdings erreichte dieser Anstieg keine statistische Signifikanz. Auf den PSA-Wert an sich und den IGFs-Wert wirkten sich die Vitamine und Mineralstoffe nicht aus.

Unter dem Strich kommen die Studienautoren zu dem Fazit, dass Vitamin-Mineral-Nahrungsergänzungen in normalen Dosen das Risiko eines Prostatakarzinoms senken können.

MEDICA.de; Quelle: International Journal of Cancer 2005, Vol. 116, S. 182-186