Das Problem der übergewichtigen Kinder ist längst bekannt. Experten vermuten, dass gesüßte Getränke, aber auch natursüße Säfte zu diesem Übergewicht beitragen. Für künstlich gesüßte Erfrischungsgetränke ist ein Zusammenhang mit Übergewicht wahrscheinlich. Welchen Beitrag natursüße Fruchtsäfte mit 100 Prozent Fruchtgehalt zur Ernährungssituation von Kindern erbringen, ist weit weniger gut erforscht.

Wissenschaftler haben nun Daten des „National Health and Nutrition Examination Survey“ aus den Jahren 1999 bis 2002 nochmals untersucht. Dabei nutzten sie die Daten von 3.618 Kindern im Alter zwischen zwei und elf Jahren. Bei allen Kindern wusste man, wie sie sich ernährten und welche Flüssigkeiten sie zu sich nahmen.

Im Vergleich zu jenen Kindern, die keine Vollfruchtsäfte tranken, hatten jene, deren Eltern Wert auf 100prozentige Fruchtsäfte legten, eine signifikant höhere Energieaufnahme, nahmen mehr Kohlenhydrate, Vitamin C und B6, Kalium, Riboflavin, Magnesium, Eisen und Folsäure zu sich. Dagegen bekamen sie durch die Getränke wesentlich weniger Gesamtfette, gesättigte Fettsäuren und künstlich zugesetzten Zucker ab als jene Kinder, die ihren Durst eher durch konventionelle Erfrischungsgetränke stillten. Außerdem stellten die Wissenschaftler noch einen interessanten Nebeneffekt fest: Jene Kinder, die 100prozentige Fruchtsäfte tranken, aßen auch häufiger Obst als die anderen Kinder. Die Wahrscheinlichkeit, übergewichtig zu werden, war in beiden Gruppen gleich.

Insgesamt lag der Konsum 100prozentiger Fruchtsäfte unter den Empfehlungen der „American Academy of Pediatrics“. Die Studienleiter bekräftigen auf der Basis ihrer Untersuchungen die Empfehlungen dieser Fachgesellschaft und wollen Eltern dazu ermutigen, ihren Kindern möglichst oft Vollfruchtsäfte anzubieten.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine 2008, Vol. 162, S. 557-565