Von Tumoren lernen

Foto: Krebszellen im Bindegewebe

Schnellwachsende Zellen könne gut-
oder bösartige Tumore hervorrufen;
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Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen gutartige Tumoren. Das sind Erkrankungen, bei denen die Zellen zwar oft über ein hohes Wachstumspotenzial verfügen, ihnen aber die Fähigkeit zur Zerstörung von Geweben und Organen durch aggressives Wachstum und Bildung von Tochtergeschwülsten fehlt. Gelingt es, die Mechanismen der Entwicklung solcher Tumoren zu ergründen, lassen sich die Erkenntnisse möglicherweise auch zur Regeneration von Gewebe einsetzen, so die Überlegung.

Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist den Wissenschaftlern jetzt gelungen. Bei gutartigen Schilddrüsentumoren finden sich häufig Veränderungen des Chromosoms 19, ohne dass bisher klar war, was genau diese Veränderungen bewirkt. Durch eine jetzt veröffentlichte Arbeit wurde dieser Zusammenhang aufgeklärt: Es wird gleich eine ganze Gruppe von Genen aktiviert, die sonst fast nur in der Embryonal- und Fetalentwicklung wichtig sind.

Interessanterweise handelt es sich dabei nicht um Gene im klassischen Sinne wie Volkhard Rippe, Leiter der Arbeitsgruppe an der Universität Bremen, erläutert: "Nach den Bauanleitungen der von uns untersuchten Gengruppe werden sogenannte Mikro RNAs gebildet, das sind kleine Nukleinsäuremoleküle, die den Prozess der Umsetzung anderer Gene in Proteine steuern können." Im konkreten Fall der Schilddrüsentumoren führt das "Überangebot" dieser Mikro RNAs in den Schilddrüsenzellen Erwachsener zu einer gestörten Balance zwischen Zellauf- und -abbau mit dem Ergebnis, dass ein gutartiger Tumor entsteht.

In Zukunft, so die Hoffnung der Wissenschaftler, wird sich das Potenzial dieser ungewöhnlichen Gene auch einsetzen lassen, um gezielt Gewebe wiederaufzubauen.

MEDICA.de; Quelle: Universität Bremen