Von wegen Sport ist Mord

Strampeln für eine verbesserte
Sauerstoffaufnahme ;© Hemera

Die Heidelberger Wissenschaftler der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hugo Katus), untersuchten 30 Patienten mit schwerer pulmonaler Hypertonie, die sich seit drei Monaten unter medikamentöser Therapie in einem stabilen Zustand befanden. Eine Gruppe nahm am konventionellen Betreuungsprogramm mit Ernährungsberatung, Massagen, Inhalation und Muskelentspannung teil. Die zweite Gruppe absolvierte regelmäßig unter Anleitung von Ärzte und Physiotherapeuten ein maßvolles Sportprogramm, das aus Fahrradfahren auf einem Hometrainer, 60 Minuten Gehen und Hanteltraining bestand. Zusätzlich machten sie täglich Atemtraining.

Nach 15 Wochen testeten die Wissenschaftler die Leistungsfähigkeit der Patienten im sechsminütigen Gehtest. Die Sportgruppe schaffte im Schnitt eine um 96 Meter längere Strecke als vor Beginn der Studie. Im Vergleich zu ihren untrainierten Kollegen bewältigten sie durchschnittlich 111 Meter mehr in dieser Zeit. Kein Sportler klagte über Belastung, die krankheitsbedingten Beschwerden nahmen vielmehr ab.

"Lunge und Herz konnten nach dem Training mehr Sauerstoff aufnehmen und weiter transportieren", erklärt Privatdozent Dr. Ekkehard Grünig, Leiter der Studie, diese positive Entwicklung. "Ein maßvolles Trainingsprogramm aus Sport und Atemübungen zusätzlich zu einer optimierten medikamentösen Behandlung ist deshalb sinnvoll", empfiehlt der Heidelberger Wissenschaftler. "Aus Sicherheitsgründen sollte das Training in der Klinik beginnen und während einer Fortführung zu Hause streng überwacht werden".

Lungenhochdruck ist eine lebensbedrohliche Krankheit: Verengen sich die Blutgefäße in der Lunge, steigt der Druck an und die Lunge bekommt nicht mehr ausreichend Sauerstoff. Das Herz wird zunehmend überlastet und droht zu versagen.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg