Tablets: Vor- und Nachteile der Nutzung für Senioren

27.11.2013
Foto: Senior mit Tablet

Die Nutzung von Tablet-PCs bietet Senioren gleichermaßen neue Möglichkeiten wie Herausforderungen; © panthermedia.net/wisnu haryo yudhanto

An der Universität in Koblenz sind die ersten Ergebnisse des Projekts "Tablets für Senioren“ vorgestellt worden. 19 Senioren erprobten über einen Zeitraum von drei Monaten unter Leitung des Instituts für Wissensmedien der Universität Koblenz-Landau die Vor- und Nachteile der Nutzung von Tablet-PCs aus Sicht von älteren Menschen.

Das Institut für Wissensmedien (IWM) der Universität Koblenz-Landau untersuchte wie Senioren die Teilnahme am digitalen Leben durch die Verwendung von Tablet-PCs erleichtert werden kann, und wie geeignete Unterstützungsangebote für Senioren gestaltet werden können. Unterstützt wurde das Projekt vom rheinland-pfälzischen Ministerium des Innern und für Sport.

Die qualitative Untersuchung ergab, dass die Nutzung von Tablet-PCs für Senioren gleichermaßen neue Möglichkeiten wie Herausforderungen bietet. Da Senioren heute oft über PC-Erfahrungen verfügen, entstehen Probleme durch die ungewohnte Bedienung mittels Touchscreen und Gesten. Senioren benötigen bei der Tablet-Nutzung eine Oberfläche und Apps, die wesentliche Funktionen wie das Aufrufen von Internetseiten und den Versand von E-Mails gut lesbar und intuitiv zugänglich machen.

Die Oberfläche sollte sich in der Komplexität der gebotenen Bedienelemente und Funktionen vereinfachen und schrittweise an den individuellen Lernfortschritt der Senioren bei der täglichen Tablet-Nutzung anpassen lassen. Die Senioren wünschen sich, dass Erwartungen aus dem Umgang mit dem PC wie das Arbeiten mit Dateien, besser berücksichtigt und der Datenschutz bei der Nutzung von Tablets und Apps verbessert werden.

„Zur Unterstützung der Senioren hat sich ein Konzept bewährt, das Präsenztreffen in Gruppen mit telefonischem Support verbindet. Gerade zu Beginn der Tablet-Nutzung kann ein freundlicher, geduldiger Telefonsupport die Einarbeitung sehr erleichtern“, erläuterte Projektleiter Peter Ferdinand vom IWM. Das Erlernen weiterführender Informationen sollte für fortgeschrittene Tablet-Nutzer angeboten und methodisch vielfältig umgesetzt werden, um den persönlichen Lernpräferenzen der Senioren gerecht zu werden. Ferdinand denkt zum Beispiel an die Demonstration durch Dozenten und das gemeinsame Ausprobieren von neuen Anwendungen.

Aus Sicht der Partner hat das Projekt viele interessante Erkenntnisse gebracht, aber auch neue Fragen aufgeworfen, die einen größeren Untersuchungsrahmen erfordern. Da Tablet-PCs den größten Zuwachs bei den Geräten zur mobilen Internetnutzung verzeichnen und die Internetnutzung in der Gruppe 60+ in Deutschland im europäischen Vergleich noch ausbaufähig ist, beabsichtigen die Universität und ihre Partner, das Thema in einem größeren Folgeprojekt weiterzubearbeiten. Erfahrungen aus dem Projekt werden auch in die Produktentwicklung des ServicePortals, einem altersgerechten Assisstenzsystem, einfließen.

MEDICA.de; Quelle: Universität Koblenz-Landau