Die Prävalenz des Diabetes mellitus steigt in vielen Industrienationen. Dies liegt auch daran, dass immer mehr junge Menschen an Diabetes erkranken, auch deshalb, weil immer mehr stark übergewichtig sind. Würde es gelingen, mit einem einfachen Vorhersagesystem die gefährdeten Jugendlichen zu erkennen, könnte dies die Frühdiagnose des Diabetes bei jungen Menschen verbessern.

Tatsächlich gibt es ein solches prädiktives System, das verschiedene Parameter wie Gewicht, Blutzuckerwerte, Blutdruckwerte, LDL-Cholesterin, den Body Mass Index (BMI) und anderes nutzt, um grob die Wahrscheinlichkeit vorherzusagen, dass eine Person an Diabetes mellitus erkranken wird. Dieser Score wurde allerdings bislang nur bei Erwachsenen getestet. Welchen Vorhersagewert er für junge Menschen hat, ist nicht bekannt.

Jetzt hat sich ein Forscherteam der Medical University of South Carolina in Charleston in den USA daran gemacht, diesen Score bei 2.543 jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren zu testen. Dies war eine Subanalyse der „Coronary Artery Risk Development in Young Adults (CARDIA)“-Studie. Begonnen wurde diese Untersuchung in den Jahren 1985 bis 1986, als keiner der Probanden Anzeichen eines Diabetes mellitus zeigte.

Mehr als zehn Jahre nach Beginn der Studie waren einige der einstmals jungen Probanden an Diabetes mellitus erkrankt. Als man dies mit den Daten der Patienten zu Beginn der Studie verglich, zeigte sich, dass die genannten Parameter sich kaum eignen, einen späteren Diabetes mellitus vorherzusagen. Den größten Wert hatte noch der Body Mass Index. Dessen prädiktiver Wert alleine war kaum schlechter als der prädiktive Aussagewert der genanten Parameter zusammen. Auch als die Studienleiter nach der Familienanamnese fragten, konnten sie die Vorhersagekraft nicht verbessern. Offenbar kann man also kaum vorhersagen, welcher Jugendliche mit welcher Wahrscheinlichkeit an Diabetes mellitus erkranken wird.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Family Medicine 2007, Vol. 5, S. 425-429