Man vermutete bisher, dass Prostatakarzinom-Hochrisikopatienten von einer Antiandrogentherapie profitieren, die länger als sechs Monate andauert. Radioonkologen der Cleveland Clinic in Ohio, USA, haben dazu nun retrospektiv die Daten von 579 Hochrisikopatienten im Durchschnittsalter von 67 Jahren mit Prostatakarzinom untersucht, die zwischen 1998 und 2003 an ihrer Klinik behandelt wurden. 390 Patienten hatten externe Radiotherapie erhalten, 165 Patienten eine radikale Prostatektomie und 24 weitere Patienten waren mit der Seed-Technik behandelt worden.

Als Hochrisikopatienten galten diese Männer, weil sie entweder einen ursprünglichen PSA-Wert von über 20, einen Gleason-Score von 8 bis 10, klinisches Tumorstadium T3 oder PSA-Werte von 10 bis 20 und einen Gleason-Score von 7 hatten.

426 Patienten (73,6 Prozent) hatten zusätzlich eine Antiandrogentherapie erhalten. 82,6 Prozent von ihnen bekamen die Therapie zwischen einem und sechs Monaten lang, 17,4 Prozent länger als sechs Monate.

Von jenen Patienten, die keine Antiandrogentherapie erhielten oder höchstens sechs Monate lang, überlebten 92 Prozent die ersten fünf Jahre nach Therapiebeginn. Unter jenen Männern, die eine Antiandrogentherapie von mehr als sechs Monaten erhielten, nämlich durchschnittlich 15 Monate lang, überlebten aber nur 76 Prozent die ersten fünf Jahre. Nach sieben Jahren lagen die Überlebensraten für: keine Antiandrogentherapie, einem bis sechs Monate Therapie beziehungsweise mehr als sechs Monate Therapie bei 78 Prozent, 84 Prozent beziehungsweise 67 Prozent.

Nach Ansicht der Studienleiter ist es noch zu früh, konkrete Schlussfolgerungen aus dieser Studie zu ziehen. Dazu müsse man die Todesursachen der Verstorbenen näher untersuchen.

MEDICA.de; Quelle: American Society for Therapeutic Radiology and Oncology (ASTRO) 48th Annual Meeting Abstract 2302