Dr. Gunnar H. Gislason von der Bispebjerg University in Kopenhagen, Dänemark, untersuchte die Daten von 58.432 Patienten, die zwischen 1995 und 2002 nach einem akuten Myokardinfarkt aus der Klinik entlassen worden waren. Datenbasis war das "Danish National Patients' Registry". Die untersuchten Patienten hatten wegen Schmerzen nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) oder selektive Cyclooxygenase-2-Hemmer (COX-2-Hemmer) eingenommen. Die durchschnittliche Behandlungszeit mit einem der Wirkstoffe lag bei einem Monat.

Wie Gislasons Studiengruppe auf dem Kongress der "American Heart Association" berichtete, stieg bei allen Wirkstoffen die Gesamtmortalität dosisabhängig an: Celecoxib mehr als 200 mg/Tag, relatives Risiko: 4.2; Rofecoxib mehr als 25 mg/Tag (5.0); Diclofenac mehr als 100 mg/Tag (3.7); Ibuprofen mehr als 1.200 mg/Tag (1.9), andere NSAR (1.2). P kleiner 0.001 für alle Vergleiche.

Das Risiko eines zweiten Myokardinfarkts jedoch veränderte sich nicht, wenn man alle Wirkstoffe betrachtete. Bei den COX-2-Hemmern alleine jedoch zeigte sich ein leichter Trend hin zu einem höheren Risiko für Infarktrezidive, der jedoch statistisch nicht signifikant war.

Wie Dr. Gislason auf dem Amerikanischen Herzkongress einräumte, hat seine Studie Schwächen. Die meisten der untersuchten Patienten nahmen nach dem Myokardinfarkt Acetylsalicylsäure ein. Deren nachgewiesen positiver Effekt könnte möglicherweise Thrombosen als Folge des NSAR- beziehungsweise COX-2-Hemmer-Einatzes verhindert und dadurch deren schädliche Wirkungen maskiert haben.

Die Studienleiter schließen aus ihrer Studie, dass COX-2-Hemmer bei Patienten nach akutem Myokardinfarkt zumindest mit großer Vorsicht einzusetzen sind und NSAR nur in geringen Dosen, da NSAR sowohl auf die Cyclooxygenase-1- als auch -2 einwirken.

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Greten, Heiner (HRSG.): Innere Medizin; 12., komplett überarbeitete Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart 2005, 1.230 Seiten, 480 Abbildungen, kartoniert, ISBN 3135522121; 49,95 Euro

MEDICA.de; Quelle: AHA 2005 Scientific Sessions Abstract 1838