Wirkstoffe aus der Gruppe der atypischen Antipsychotika werden häufig bei Patienten mit Morbus Alzheimer eingesetzt, um verschiedene Störungen wie Aggressivität und Agitiertheit zu behandeln. Allerdings haben sich die Hinweise gehäuft, dass diese Wirkstoffe das zerebrovaskuläre Risiko und die Mortalität erhöhen und zum weiteren kognitiven Abbau beitragen könnten.

Eine kalifornische Arbeitsgruppe der University of Southern California in Los Angeles hat dies nun in einer Meta-Analyse untersucht. An 15 Studien, die in der Regel zehn bis zwölf Wochen dauerten, hatten 3.353 Patienten teilgenommen, die mit Risperidon, Olanzapin, Quetiapin oder Aripiprazol behandelt worden waren. 1.757 Patienten unter Placebo dienten als Kontrollgruppe.

Während der Nachbeobachtungszeiten starben 118 Patienten unter dem Verum, aber nur 40 Patienten unter Placebo (3,5 versus 2,3 Prozent). Dadurch ergibt sich ein relatives Mortalitätsrisiko von 1.54 unter den atypischen Antipsychotika. Diese Risikoerhöhung ist unabhängig davon, welcher der Wirkstoffe eingenommen wird, unabhängig von der Schwere der Erkrankung und bestimmten Beschwerden.

Dieses Ergebnis ist nach Ansicht der Studienautoren gerade deshalb so betrüblich, weil andere Studien gezeigt hätten, dass sich innerhalb von vier Wochen unter atypischen Antipsychotika die Beschwerden tatsächlich bessern. Experten raten nun nicht sofort vom Einsatz dieser Medikamentengruppe ab. Vielmehr müssten Nutzen und Risiken bei jedem Patienten individuell abgewogen werden, heißt es in einem Editorial.

Patienten mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen, die sich und andere nicht gefährden, sollten zum Beispiel nicht mit atypischen Antipsychotika behandelt werden. Sind die Wirkstoffe erst einmal verschrieben, sollte der Arzt sehr gut prüfen, ob sie auch weiterhin verschrieben werden.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2005, Vol. 294, S. 1934-1943