Übergewichtige Erwachsene sollten regelmäßig prüfen lassen, ob sie an einer Vorstufe der Zuckererkrankung leiden. Wird ein derartiger Prädiabetes festgestellt, könnten vorbeugende Maßnahmen die Erkrankung an Typ-2-Diabetes wahrscheinlich verhindern. Dies fordert Professor Dr. med. Andreas Pfeiffer vom Berliner Universitätsklinikum Benjamin Franklin und Tagungspräsident der 40. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) in diesen Tagen in Berlin stattfindet.

Bei einem Prädiabetes sind die Blutzuckerwerte nur nach dem Verzehr einer zuckerreichen Nahrung erhöht. Ärzte können diese gestörte Glukosetoleranz mit dem oralen Glukosebelastungstest feststellen.

Er ist nach Meinung Pfeiffers sinnvoll, da Prädiabetiker ein jährliches Risiko von fünf bis zehn Prozent haben, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Bei ihnen seien vorbeugende Maßnahmen wie gesunde Ernährung, Bewegung und eine Gewichtsreduktion besonders wichtig und auch sehr effektiv.

Gefährdet sind außerdem Menschen mit einem metabolischen Syndrom, zu dem neben der Blutzuckerstörung noch Bluthochdruck, erhöhte Blutfette und eine Stammfettsucht gehören. Abhängig vom Körpergewicht sollten alle Erwachsene ab 40 bis 50 Jahren zum Check-Up, fordert Professor Pfeiffer, für den der Prädiabetes einen ähnlichen Krankheitswert hat wie ein erhöhter Blutdruck.

Es sei nicht gerechtfertigt, dass der Prädiabetes nicht als Erkrankung anerkannt ist und die ärztlichen Leistungen in diesem Bereich nicht erstattungsfähig seien.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Diabetes-Gesellschaft