"Diese Studie macht deutlich, dass es beim Bandscheibenvorfall keine Standardtherapie gibt. Vielmehr ist ein individuell auf jeden Patienten abgestimmtes Behandlungskonzept auf Basis einer gründlichen Diagnostik gefragt", sagt Prof. Dr. med. Peter Wehling vom Zentrum für Molekulare Orthopädie. In Deutschland werden jährlich circa 30.000 Bandscheiben-operationen vorgenommen, bei der die Bandscheibe entfernt wird.

Das Studien-Projekt "Spine Patient Outcome Research Trial", kurz "Sport", schloss 1244 Patienten in die multizentrische Studie ein. Fazit der Forscher um Prof. James N. Weinstein von der Dartmouth Medical School: Zwar ist das kurzfristige Ergebnis einer OP oft besser als bei konservativer Therapie, doch über den Zeitraum von zwei Jahren kann kein statistisch signifikanter Unterschied belegt werden.

Bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall sind eine gründliche Diagnostik mit MRT (Magnetresonanz-Tomographie) und eine genaue Schmerzmessung erforderlich. "Durch das Verständnis des Schmerzes kann eine fundierte Entscheidung für die voraussichtlich optimale Therapie gemeinsam mit dem Patienten getroffen werden", erklärte Wehling. Eine Operation sei immer dann notwendig, wenn eine akute Blasen-Mastdarm- Störung oder schwere Nervenausfälle vorliegen. "Ansonsten führt eine Kombination aus medikamentöser Therapie, Physiotherapie und Akupunktur zur Besserung."

Mindestens einmal im Leben leidet fast jeder Mensch unter Rückenschmerzen. Das Kreuz mit dem Kreuz kann je nach Alter verschiedene Gründe haben. Im mittleren Alter sind häufig Bandscheibenvorfälle die Ursache des Leidens. Besonders häufig sind Männer im Alter von 35 bis 45 Jahren betroffen. Älteren Menschen machen oft Veränderungen der Wirbelsäule und Abnutzungserscheinungen zu schaffen. Auch Fehlhaltungen, genetische Faktoren oder seelische Belastungen spielen eine Rolle.

MEDICA.de; Quelle: Zentrum für Molekulare Orthopädie