Wissenschaftler der Abteilung für Radiologische Diagnostik an der Universitätsklinik Tübingen hatten sich zum Ziel gesetzt, die Sensitivität und die falsch positiven Befunde von zwei schnellen MR-Sequenzen in der Detektion von Lungenrundherden im Vergleich zur Spiral-CT zu evaluieren.

Es wurden 30 Patienten in diese Studie eingeschlossen, bei denen zuvor unter dem Verdacht auf Lungenrundherde eine Spiral-CT durchgeführt wurde. Bei 26 von ihnen wurden insgesamt 37 Herde gefunden (Durchmesser drei bis 30 mm). Die Untersuchung erfolgte an einer 1,5-T-Einheit (Sonata, Siemens), atemangehalten mit einer axialen 3D-Gradientenechosequenz (3D-GRE) und einer Half-Fourier-Single-Shot-Fast-Spin-Echo-Sequenz (HASTE) in drei Ebenen. Die Auswertung erfolgte prospektiv durch zwei unabhängige Untersucher (A und B) mit unterschiedlicher Erfahrung in der MR-Lungenbildgebung sowie retrospektiv in Kenntnis der CT. Die Ergebnisse wurden für alle Herde und für Herde von mehr als vier Millimetern berechnet.

Für die 3D-GRE fanden sich Sensitivitäten von 73 Prozent, 70 Prozent und 84 Prozent, für die HASTE von 65 Prozent, 68 Prozent und 81 Prozent (Untersucher A, B und retrospektiv). Für Herde von mehr als vier Millimetern ergaben sich 93 Prozent, 89 Prozent und 96 Prozent in der 3D-GRE und 85 Prozent, 85 Prozent und 96 Prozent in der HASTE. Die Anzahl von falsch positiven Befunden war bei Untersucherabhängigkeit in der 3D-GRE geringer (zwei und 16) als in der HASTE (vier und 40). Im Vergleich war die 3D-GRE bei beiden Untersuchern (A und B) genauer (p gleich 0,08 und p gleich 0,00003). Erst Rundherde größer als vier Millimeter waren also in der MRT befriedigend nachweisbar.

MEDICA.de; Quelle: Fortschr Röntgenstr 2005, Vol. 177, S. 41-49