Wachstum der Zystennieren gebremst

Foto: Links polyzystische Niere, rechts normale Niere

Charakteristisch für die Krankheit ist die
Entwicklung von Zysten, die zu fortschrei-
tendem Nierenversagen führen; © PKD
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Zystennieren (autosomal-dominante polyzystische Nierenkrankheit ADPKD) ist eine der häufigsten Erbkrankheiten, die 1 Person von 1000 betrifft und weltweit für ein Nierenversagen von bis zu zehn Prozent der Patienten verantwortlich ist.

Charakteristisch für die Krankheit ist die Entwicklung von Zysten, die zu fortschreitendem Nierenversagen führen und bei den meisten Patienten im Alter von circa 50 Jahren eine Dialyse oder Nierentransplantation bedingt. Außerdem verursacht das unaufhaltsame Zystenwachstum Bluthochdruck und schmerzhafte Komplikationen. Obwohl die Krankheit seit mehr als einem Jahrhundert und ihre genetische Grundlage seit fast 20 Jahren bekannt sind, war bisher keine wirksame Behandlung vorhanden.

„Unsere Studie zeigt eine mögliche Behandlung auf, die das Nierenwachstum und die damit verbundenen Symptome vermindert und die Abnahme der Nierenfunktion verlangsamt“, erklärt Professor Olivier Devuyst.

An mehr als 1400 Patienten wurde in weltweit 129 Zentren über die Dauer von drei Jahren Tolvaptan verabreicht. Das Medikament ist ein selektiver V2-Vasopressin-Rezeptorantagonist, der die Wirkung des antidiuretischen (die Harnausscheidung hemmenden) Hormons Vasopressin verringert und eine vermehrte Harnausscheidung bewirkt.

Untersucht wurde, ob Tolvaptan das Fortschreiten der Zystennierenerkrankung verlangsamt, indem es die Zysten reduziert und ihr Wachstum verlangsamt. „Das gesetzte Studienziel wurde erreicht“, erklärt Devuyst. Bei Patienten, die Tolvaptan im Gegensatz zu Placebo während drei Jahren erhielten, verringerte sich das gesamte Nierenvolumen und damit traten weniger Krankheitskomplikationen auf, die Schmerzen verringerten sich und die Abnahme der Nierenfunktion wurde verlangsamt. Festgestellt wurden jedoch Nebenwirkungen wie vermehrte Harnausscheidung und Durst und mögliche Auswirkungen auf die Leberenzyme sowie den Blut-Natriumspiegel.

MEDICA.de; Quelle: Universität Zürich