Wachstum von Lungentumoren stoppen

Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) anlässlich neuer Studienergebnisse hin. Bei dieser Therapie werden die Strahlen aus vielen Richtungen auf den Tumor gelenkt. Wie in einem Brennglas bündeln sie sich im Tumorherd.

Forscher setzen die stereotaktische Strahlentherapie nun bei Patienten mit einem nicht- kleinzelligen Lungenkarzinom im Frühstadium ein. Mehr als 80 Prozent aller Lungenkarzinome gehören der nicht-kleinzelligen Form an. Für die Studienteilnehmer kam eine Operation nicht in Frage, weil sie an schweren Begleiterkrankungen wie Herzkrankheiten, Schlaganfällen oder Lungenemphysemen litten.

Bei nahezu allen Probanden konnte die stereotaktische Strahlentherapie das Tumorwachstum stoppen. Von den durchschnittlich 72 Jahre alten Patienten waren nach drei Jahren mehr als die Hälfte am Leben, die meisten ohne Anzeichen eines Tumorrückfalls. Zu ihm kann es kommen, wenn zum Zeitpunkt der Strahlentherapie bereits unerkannte Metastasen vorhanden sind. "Studienergebnisse aus den USA sind vielversprechend. Sie sind deckungsgleich mit denen, die für diese Erkrankung bereits von deutschen Wissenschaftlern publiziert wurden“, sagt DEGRO-Präsidentin Professor Rita Engenhart-Cabillic.

Auch in Deutschland wird dieses Therapieverfahren bereits an einigen Strahlentherapiezentren eingesetzt", so Engenhart-Cabillic weiter. Bei älteren Menschen, die an Lungentumoren und schweren Begleiterkrankungen leiden, ist ein chirurgischer Eingriff oft zu riskant. Diesen Patienten wird den Forschern zufolge mit der stereotaktischen Strahlentherapie erstmals eine Behandlungsperspektive eröffnet.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften