13.09.2010

Atos Worldline GmbH

Warten auf ... die Gesundheitskarte

Neuere Entwicklungen bei der Gesundheitskarte erinnern zeitweilig an Absurdes Theater. Der angekündigte eGK-Ausstieg der privaten Krankenkassen, die von der Ärzteschaft unterstützte Klage eines Patienten, der Streit über die Datensicherheit sind nur einige Ungereimtheiten, die hier zu nennen wären. Anders als im Falle von Becketts „Godot“ sind sich viele der an der Umsetzung Beteiligten aber trotz allem sicher: Die eGK wird kommen. Die Frage ist nur „wann“, „wo“ und „wie“?

Wiederbelebt und geändert
Seit dem Regierungswechsel 2009 wurde das Konzept zur Reform des Gesundheitswesens grundlegend überarbeitet. Nach unterschiedlichen Anläufen und politischen Diskussionen hatte Anfang 2010 Minister Rössler schließlich eine „Bestandsaufnahme“ zur eGK gefordert und unabhängig von einem Ergebnis klargestellt, dass die eGK und eine moderne, sichere und praxistaugliche Telematik-Infrastruktur nach wie vor erforderlich sind, um die Anforderungen an ein modernes Gesundheitswesen erfüllen zu können. Allerdings sollten sich - wegen der Komplexität des Themas und für einen besseren Konsens bei der Umsetzung - die weiteren Realisierungsmaßnahmen zunächst auf ein „modernes Versichertendatenmanagement, auf die Notfalldaten sowie eine sichere Kommunikation zwischen den Leistungserbringern“ beschränken.

Neue Ausgangslage
Inzwischen liegt das Ergebnis der Bestandsaufnahme vor. Es gipfelt in einer teilweise neuen Projektorganisation. Das auf der Webseite des BMG gezeigte Schaubild dazu verdeutlicht die Komplexität der Strukturen und das zu erwartende Umsetzungstempo. Neu ist vor allem die erklärte Bereitschaft, auf die Forderungen der Industrie einzugehen und diese stärker an den Prozessen zu beteiligen. So soll noch in 2010, zur flächendeckenden Einführung der eGK ein Lastenheft vorgestellt werden. Dies dient dann als Basis für Ausschreibungen zur Implementierung der erforderlichen Telematik-Infrastruktur.

Auf aktuelle Anforderungen gut vorbereitet
Von den Änderungen im Gesundheitswesen werden auch für Atos Worldline relevante Themen wie die mit der eGK realisierten Anwendungen tangiert. Trotzdem hat das Unternehmen schon heute sichere Konzepte und Lösungen parat, die entsprechend ausgebaut und angepasst werden können. Da sich das Unternehmen nicht nur auf Bundesebene über sein Engagement im Branchenverband BITKOM, sondern auch über die Landesinitiative eGesundheit.nrw des Landes Nordrhein-Westfalen an der Umsetzung der eGK und des eGK Roll-out in NRW beteiligt, kann es neue Erkenntnisse und Anforderungen bei der Angebotsgestaltung zeitnah berücksichtigen.

Im Fokus
Dank der Implementierung von „Worldline eGK KAMS“, dem Karten-Applikations-Management-System für die neue eGK, des Versichertenstammdatendienstes (VSDD) und der PKI (Public Key Infrastructure) sind die eHealth-Kunden von Atos Worldline bereits seit langem auf vielfältige Anforderungen vorbereitet. Trotzdem wird Atos Worldline hauptsächlich folgende, am Bedarf der Krankenkassen orientierte Lösungen weiterentwickeln:

• Beitragsmanagement
Der Gesetzgeber hat den gesetzlichen Krankenkassen zugestanden, Zusatzbeiträge direkt von ihren Mitgliedern zu erheben. Während die Kassen ihre Beiträge vom Arbeitgeber oder der Rentenversicherung erhalten, müssen Zusatzbeiträge direkt von ihnen beim Versicherten eingefordert werden. Da Zusatzbeiträge bei Mitgliedern nicht gerade beliebt sind, werden nur wenige von ihnen einem Lastschrifteinzug zustimmen. Folglich benötigen Kassen jetzt dringend Instrumente, um Beitragskonten führen und circa einer Million Zahlungstransaktionen pro Monat entsprechend einbuchen zu können. Zur Lösung dieses Problems kann Atos Worldline bereits für Finanzkunden entwickelte Lösungen bedarfsgerecht adaptieren.

• Security
Mit der aus dem „Worldline eGK KAMS“ erfolgreich im Gesundheitswesen eingeführten Lösung „Java Security Service (JSS)“ verfügt Atos Worldline, neben den vom Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierten Beratern von Atos Origin, über ein weiteres sicheres Standbein im Security-Umfeld. Mittels „JSS“ können Ver- und Entschlüsselungen schnell und unkompliziert in den verschiedensten Anwendungen genutzt werden. Durch die strikte Trennung von APIs (Application Programming Interface) für Entwickler und den graphischen Oberflächen zur Administration der Sicherheitsrichtlinien und -module (HSMs - High-Security-Moduls) verfügt Atos Worldline über ein in dieser Form einzigartiges Produkt.

• Ausgewiesene Expertise: Worldline eGK@Kiosk und Worldline@home
Darüber hinaus beteiligt sich Atos Worldline heute schon aktiv an der Planung und Entwicklung von Anwendungen für den neuen Personalausweis (nPA) durch Kunden im Gesundheitswesen. So entwickelte das Unternehmen mit einem seiner Kunden bereits ein Szenario, in dem der Versicherte durch den zusätzlichen Einsatz seines Personalausweises und seiner eID (Electronic Identitiy-Funktion) vom externen Terminal oder eigenen Computer aus online authentifiziert werden kann. Das Lösungsportfolio von Atos Worldline umfasst hier sowohl die Entwicklung und Integration von Lösungen als auch den Betrieb des für die Nutzung des nPA durch eine Anwendung zwingend notwendigen eID-Service.

All diese Aktivitäten belegen, Atos Worldline hat sichere „Rezepte“ für den Gesundheits-Sektor und ist für neue Anforderungen bei der Gesundheitskarte gut gerüstet.

(Quelle: Atos Worldline Report - Ausgabe 44 - September 2010)