Bild: Zwei Männer und eine Frau im Büro 
Viele Beschäftigte sind Termin
und Leistungsdruck
ausgesetzt; © Hemera

Die fünfte Erwerbstätigenbefragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und des Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wurde unter 20.000 Beschäftigten durchgeführt.

Die Beschäftigten geben insgesamt zwar eine hohe Arbeitszufriedenheit an, doch mangelnde Unterstützung durch Vorgesetzte und Kollegen, fehlende Informationen, Termin- und Zeitdruck belasten Betroffene stark. Arbeit im Stehen, Zwangshaltungen sowie das Heben und Tragen schwerer Lasten gehen auf die Knochen. Entsprechend führen Schmerzen im Nacken, Rücken und an den Schultern gemeinsam mit allgemeinen Erschöpfungszuständen die Liste der gesundheitlichen Beschwerden an. Als Trend zeichnet sich eine zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeiten ab.

Die Daten zeichnen eine Momentaufnahme der deutschen Arbeitswelt, aus der sich Handlungsfelder für den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz ableiten lassen. Die Beschäftigten arbeiten länger als vereinbart. Viele Beschäftigte gehen zudem Nebentätigkeiten nach, sodass etwa jeder Fünfte über 48 Stunden in der Woche erwerbstätig ist.

Der Großteil der Befragten ist den beruflichen Anforderungen gewachsen. Angesichts seiner Qualifikation fühlt sich jedoch fast jeder Siebte unterfordert, angesichts des Arbeitspensums fast jeder Sechste überfordert. Mehr als die Hälfte der Befragten ist Termin- und Leistungsdruck ausgesetzt, fast 60 Prozent der Betroffenen empfinden ihn als belastend.

Etwa drei von vier Befragten leiden darunter, wenn ihnen eine Entscheidung zu spät mitgeteilt wird oder wenn ihnen alle notwendigen Informationen fehlen. Nur auf jeden zweiten Chef ist immer Verlass, wenn seine Mitarbeiter Unterstützung benötigen. Mangelnde Unterstützung durch Kollegen (6,1 Prozent) und Vorgesetzte (16,1 Prozent) kommt zwar seltener vor, führt jedoch zu hohen Belastungsquoten.

MEDICA.de; Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin