Die Vasovasostomie ist der am häufigsten durchgeführte Eingriff, wenn nach einer Vasektomie eine Verschlussazoospermie behandelt werden muss. Goldstandard bei den Urologen des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf und am Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Herne, ist die zweischichtige mikrochirurgische Technik (DL VVST). Mediziner der beiden Kliniken untersuchten jetzt fragebogengestützt die Ergebnisse der DL VVST und verglichen sie mit den der einschichtigen Technik (ML VVST).

Im Zeitraum von 1996 bis 2001 wurde bei 141 Patienten eine mikrochirurgische DL VVST mit 10 × 0 Prolene Faden mit Operationsmikroskop durchgeführt. Mit Hilfe eines Fragebogens ermittelten die Studienleiter Aspekte der Operation, soziale Aspekte sowie postoperative Ergebnisse wie Spermiogrammergebnisse und Geburtenrate. Die Ergebnisse wurden mit denen eines historischen Patientenkollektivs verglichen, bei dem die VVST modifiziert einschichtig mit 7 × 0 Prolene durchgeführt wurde (64 Patienten).

Bei 90 von 141 Patienten konnte der Fragebogen zugestellt werden, die Rücklaufquote lag bei 63 von 90 (70 Prozent). Das Zeitintervall zwischen Vasektomie und VVST betrug im Mittel 9,5 Jahre. Die Durchgängigkeitsrate lag bei 86 Prozent, die Geburtenrate bei 24 Prozent. Schwere oder mittelschwere Komplikationen traten nicht auf. Im historischen Patientenkollektiv betrug das mittlere Okklusionsintervall 6,9 Jahre.

Die Durchgängigkeitsrate bei jenen Patienten, bei denen die VVST lediglich in Lupenvergrößerung und einschichtig durchgeführt wurde, betrug 87 Prozent, die Schwangerschaftsrate 48 Prozent.

Die sehr positiven Ergebnisse für die VVST mit Schwangerschaftsraten von über 80 Prozent aus älteren Arbeiten lassen sich nach Ansicht der Studienautoren nicht nachvollziehen.

MEDICA.de; Quelle: Aktuelle Urologie 2006, Vol. 37, S. 58-63