Was die Nierenwerte aussagen

Bereits jetzt werden in Deutschland jährlich für rund 70.000 Dialysebehandlungen die Kosten von 2,5 Milliarden Euro übernommen. Doch vermutlich werden die Kosten noch steigen. Denn die chronische Niereninsuffizienz ist auch eine Folgeerkrankung von Diabetes mellitus und Bluthochdruck. Und gerade bei diesen „Volkskrankheiten“ ist die Inzidenz in den letzten Jahren stark gestiegen und die Dunkelziffer immer noch sehr hoch. Aus diesem Grund muss zukünftig mit einer potenziell viel größeren Prävalenz von nierenkranken Menschen gerechnet werden.

Hier kann nur eine verbesserte Prävention der Entwicklung entgegenwirken. Tatsächlich sind die Früherkennungsmaßnahmen einfach; sie bestehen aus einem Urintest auf Albumin und einer Kreatinin-Blutbestimmung, mit deren Hilfe die Filterleistung der Nieren (GFR) berechnet wird. Es handelt sich ein Verfahren, das nicht teuer oder aufwendig ist – und von gesetzlichen Krankenkassen getragen wird. Diese Früherkennungstests sind zudem von besonderer Bedeutung, da man weiß, dass die beiden Parameter (Albuminurie/ GFR) nicht nur Aussagen über die Nierenfunktion erlauben, sondern auch aussagekräftige prognostische Parameter für die kardiovaskuläre- und Gesamtmortalität sind. Die Nieren-Parameter können also das Risiko kardiovaskulärer Hochrisiko-Patienten mitbenennen, bevor eine Nierenerkrankung zum Tragen kommt.


MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Nephrologie