Alleine in den USA leiden etwa 44 Millionen Menschen an einer Osteoporose und an geringer Knochendichte. Dies erhöht das Risiko für Knochenfrakturen und Schmerzen. Auch schlimmere Folgen wie etwa Frakturen des Oberschenkelhalses mit sich daraus ergebenden Todesfällen sind nicht selten. Inzwischen sind verschiedene Substanzen und Wirkstoffe auf dem Markt, die einer Osteoporose vorbeugen oder die Knochendichte wieder erhöhen sollen. Dazu zählen etwa die klassischen Substanzen wie Kalzium, aber auch neue Wirkstoffe wie zum Beispiel die Bisphosphonate.

Im Rahmen des US-amerikanischen „Agency for Healthcare Research and Quality Effective Health Care Program“ haben Wissenschaftler nun in einer systematischen Analyse untersucht, welche Wirksamkeit diese Substanzen denn nun tatsächlich haben. 76 randomisierte Studien und 24 Meta-Analysen waren gut genug, um in diese große Übersichtsanalyse einzufließen.

Wie die Studienleiter schreiben, gibt es recht gute Beweise und Daten dafür, dass verschiedene Wirkstoffe aus der Gruppe der Bisphosphonate das Risiko für Wirbelfrakturen vermindern können im Vergleich zu Placebo. Ähnliches gilt auch für Östrogen, Parathormon und Raloxifen. Bei Kalzitonin gibt es begründete Daten, die in die gleiche Richtung weisen.

Wie steht es mit dem Risiko für Frakturen des Oberschenkelhalses? Hier zeigt die Datenlage, dass Alendronat und Etidronat ebenso wie Östrogen Placebo überlegen sind. Nachgewiesen ist zudem, dass eine Östrogen-Monotherapie die Inzidenz vertebraler, nicht-vertebraler und Oberschenkelhalsfrakturen senkt. Ob auch das oft angepriesene Vitamin D Wirbel- und Oberschenkelhalsbrüche verhindern kann, ist umstritten und hängt wahrscheinlich von der Dosis ab. Frauen nach der Menopause haben nichts von einer alleinigen Kalziumgabe. Diese senkt das Frakturrisiko im Vergleich zu Placebo nicht ab, wie die Studie zeigt.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Internal Medicine Vol. 148, S. 197-213