Wasserbehandlung nach Kneipp beugt Infekten vor

Kaltduscher sind gegen Infekte
besser gefeit; © ABDA

Damit Schnupfen und Husten gar nicht erst kommen, scheint ein altes Hausmittel zu helfen: Kaltes Wasser, nach Anleitung von Pfarrer Kneipp mittels regelmäßigen Güssen angewendet. Was die Volksweisheit schon lange wusste, konnte jetzt auch nach strengen wissenschaftlichen Kriterien belegt werden: Die Doktorarbeit von Katrin Goedsche am Universitätsklinikum Jena zeigt, dass mit der Anwendung kalter Kneippscher Obergüsse die Infektanfälligkeit signifikant gesenkt werden kann, also ein nachweisbarer Abhärtungseffekt erreicht wird.

Untersucht wurde dabei über mehrere Monate hinweg die Wirkungsweise auf das Immunsystem von Patienten mit chronischer Bronchitis. Die Betroffenen litten als Folge der eingeschränkten Lungenfunktion unter häufigen Infekten, die die Krankheit verschlechtern, und mussten diese mit einer Vielzahl oft starker Medikamenten bekämpfen.

Für die Studie haben die Patienten über zehn Wochen dreimal wöchentlich kalte Güsse und zweimal wöchentlich kalte Waschungen des Oberkörpers durchgeführt. In Voruntersuchungen und einer nach drei Monaten durchgeführten Nachuntersuchung wurde dann die Reaktion des Immunsystems auf die Kaltwasser-Anwendungen geprüft. Die Häufigkeit der Infekte sank durch die regelmäßigen Wasseranwendungen. Zudem stieg die Zahl der Lymphozyten im Blut der Probanden um 13 Prozent, sodass auch die zelluläre Immunabwehr nachweisbar gesteigert werden konnte.

"Wir können damit zeigen, dass sich durch regelmäßige Kaltwasser-Güsse über einen langen Zeitraum die Anfälligkeit für Atemwegsinfekte wirksam senken lässt", resümiert die betreuende Professorin Christine Uhlemann vom Institut für Physiotherapie. "Das ist nicht nur für die untersuchte Gruppe von Patienten mit chronischer Bronchitis von Bedeutung, sondern für alle Menschen mit einer Neigung zu häufigen Infekten."

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena