04.10.2011

Nash Technologies GmbH

Web-Armbanduhr für Demenz-Patienten - Sensoren überprüfen Vitalfunktionen

Nürnberg/Düsseldorf, 30. September 2011 - Eine neue Studie der World Health Organization (WHO) zeigt, dass mittlerweile in über 80 Prozent von 112 untersuchten Ländern mindestens ein Mobile Health-Service angeboten wird http://www.who.int/goe/mobile_health/en/. Hinter Mobile Health, kurz M-Health, verbirgt sich Mobilfunktechnik, die in der Gesundheitsversorgung eingesetzt wird – und dies auch in Deutschland: Im Nürnberger Medizintechnik-Cluster Medical Valley wird derzeit ein armbanduhr-großes Gerät mit Internetanschluss entwickelt. Es überprüft 24 Stunden am Tag den Gesundheitszustand dementer Patienten und sendet die Daten automatisch an einen Gesundheits-Server weiter, auf den Ärzte und Pflegepersonal Zugriff haben.

Eine App sendet EKG- und Blutdruck-Daten

„Demenzerkrankte Menschen können durch diese Armbanduhr länger in ihrem gewohnten privaten Umfeld leben. Für sie, ihre Angehörigen und die betreuenden Ärzte ist solch ein Gerät eine enorme Erleichterung“, erklärt Bernd Stahl von Nash Technologies http://www.nashtech.com. Das IT-Unternehmen entwickelt die Software für die Armbanduhr. Die Applikation gleicht einem Trichter: Medizinische Sensoren überprüfen die wichtigsten Vitalfunktionen wie EKG und Blutdruck, aber auch die Position des Patienten und senden diese Daten an den Gesundheits-Server. Von dort aus gelangen sie über eine Internetverbindung an das medizinische Netzwerk. Das Projekt des Medical Valley www.medical-valley-emn.de wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

Die Armbanduhr der Zukunft ist wie ein persönlicher Assistent, der den Demenzerkrankten ständig betreut – auch außerhalb des eigenen Hauses. Vor wenigen Tagen gelang ein erster Test in der Nürnberger Zentrale von Nash Technologies: Die Überprüfung des Blutdrucks funktioniert bereits. Auf der Medizintechnik-Messe „Medica“ http://www.medica.de/ , die vom 16. Bis 19. November in Düsseldorf stattfindet, kann voraussichtlich auch das EKG gemessen werden.

Die Datenübertragung muss so stabil sein wie die Festnetz-Telefonie

Der Kern der Arbeit von Nash Technologies liegt in der Zuverlässigkeit des Systems. „Der Anspruch an solch ein Gerät ist sehr hoch. Die Daten müssen hochverfügbar sein, in Echtzeit gesendet werden und das System muss extrem skalierbar sein. Die Technik darf also nicht zusammenbrechen, wenn sie von Millionen Menschen genutzt wird“, erklärt Stahl. Der Netzwerk-Spezialist greift dafür zurück auf die jahrzehntelange Erfahrung, die das Unternehmen in der Telekommunikationsbranche gemacht hat. „Letztlich muss solch ein Mobile Health-Service genauso robust sein wie wir es von der Festnetz-Telefonie gewöhnt sind. Dort bricht die Leitung schließlich auch nicht einfach zusammen. Im Internet haben wir uns dagegen leider daran gewöhnt, dass wir zum Beispiel bei Youtube-Videos dauernd kleine Klötzchen sehen.“

Für die Datenübertragung hat Nash Technologies Internet-Protokolle mit Mobilfunk-Protokollen „verheiratet“. Durch Optimierung der Informationsübertragung spart das Gerät sogar noch Energie. Die Armband-Uhr mit Internetanschluss ist also letztlich auch „Green IT“, grüne Technologie der Zukunft. „Die Energie, die wir dadurch einsparen, erlaubt zum Beispiel eine Verlängerung der Batterielaufzeiten“, weiß Stahl.