Weibliche Führungskräfte werden weniger geschätzt

Weibliche Führungskräfte haben es
nach wie vor nicht leicht
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Das ist das Ergebnis eines Forschungsprojektes in dem die Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Führungsverhalten von Frauen und Männern untersucht und der Zusammenhang zwischen Führungsverhalten und Führungserfolg analysiert werden sollte. Dazu befragten die Leipziger Psychologen um Prof. Dr. Gisela Mohr, Arbeitspsychologin am Institut für Psychologie II der Universität Leipzig, 142 Führungskräfte und 538 Mitarbeiter.

Das Ergebnis ihrer Studie zeigt: Die berufliche Kompetenz weiblicher Führungskräfte wird weniger geschätzt als die ihrer männlichen Kollegen, besonders dann, wenn die Frauen sich autokratisch verhalten und von MitarbeiterInnen beurteilt werden, die eine traditionelle Einstellung zu den Geschlechterrollen haben. "Wenn männliche Führungskräfte auf wertschätzende und respektvolle Weise mit ihren MitarbeiterInnen kommunizieren, so geht das mit weniger Gereiztheit der MitarbeiterInnen einher.", erklärt Prof. Mohr. "Bei weiblichen Führungskräften ist ein solcher Effekt aber nicht zu beobachten. Offenbar honoriert man bei männlichen Führungskräften, was man bei weiblichen voraussetzt."

Weibliche Führungskräfte, die überwiegend mit Männern arbeiten, zeigen ein sogenanntes feminin konnotiertes Führungsverhalten. Das bedeutet, dass die Frauen einen typisch femininen Führungsstil anwenden. "Wir vermuten, dass die Frauen damit die Diskrepanz zwischen der offensichtlich männlich gesehenen Führungsrolle und ihrem Geschlecht reduzieren wollen.", meint Dr. Hans-Joachim Wolfram, der die Untersuchung durchführte.

Interessant ist, dass andererseits männliche Führungskräfte mit vorwiegend weiblichen Mitarbeitern ebenfalls feminin konnotiertes Führungsverhalten an den Tag legen. "Sie wollen wahrscheinlich die Diskrepanz zwischen der männlichen Führungsrolle und dem frauendominierten Umfeld, in dem sie tätig sind, zu reduzieren.", so Wolfram.

MEDICA.de; Quelle: Universität Leipzig