Zahlreich sind die Untersuchungen, die bislang eines bewiesen haben: Alkohol in Form von Wein hat einen kardiovaskulären Nutzen, wenn er in Maßen genossen wird. Verschiedentlich gab es zudem anekdotische Berichte, wonach moderate Weintrinker unter den Diabetikern Vorteile haben sollen in Bezug auf ihre Blutzuckerkontrolle. Nun hat sich ein israelisches Forscherteam zur Aufgabe gemacht, dies näher zu untersuchen. Ihre Ergebnisse stellten sie jetzt bei der Jahrestagung der EASD (European Association for the Study of Diabetes) in Amsterdam vor.

109 Erwachsene im Alter zwischen 40 und 75 Jahren nahmen an dieser Studie teil. Alle litten an einem Diabetes mellitus Typ 1. Randomisiert durften sie zum Abendessen ein Glas Rot- oder Weißwein ihrer Wahl einnehmen oder alkoholfreies Malzbier trinken.

Drei Monate nach Beginn der Studie zeigte sich ein deutlicher Vorteil für die Probanden der Weingruppe: Ihr Nüchternblutzuckerwert sank signifikant von 139,6 mg/dL auf 118 mg/dL. Bei den Probanden in der Malzbiergruppe dagegen tat sich nichts in Bezug auf den Nüchternblutzuckerwert.

Besonders stark profitierten jene Probanden vom Gläschen Wein, deren HbA1c-Wert hoch war. Bei den Probanden der Alkoholgruppe war der postprandiale Glukosewert zwei Stunden nach den Mahlzeiten nicht berührt. Die HDL-Werte blieben unverändert, was die Studienleiter auf die relativ kurze Studiendauer zurückführen. Probanden aus der Wein-Gruppe hatten übrigens auch seltener Probleme mit dem Einschlafen als die Probanden der Kontrollgruppe.

Der Ethanolmetabolismus hemmt möglicherweise die Glukoneogenese, was das Risiko von Hypoglykämien erhöhen könnte. Dies ist der Grund, warum die Probanden gebeten wurden, ihren Wein zu den Mahlzeiten einzunehmen und nicht auf nüchternen Magen.

MEDICA.de; Quelle: European Association for the Study of Diabetes: EASD 43rd Annual Meeting