Das zeigen jetzt Daten der „Stroke Prevention by Aggressive Reduction in Cholesterol Levels (SPARCL)“-Studie. SPARCL war die erste Studie, die die Auswirkungen eines Wirkstoffs aus der Gruppe der Statine auf Patienten mit einem Schlaganfall oder einer Transient Ischämischen Attacke (TIA) untersuchte. 4.731 Patienten mit Schlaganfall oder TIA nahmen in den vergangenen einem bis sechs Monaten daran teil. Randomisiert erhielten sie entweder 80 Milligramm Atorvastatin pro Tag oder Placebo. Der durchschnittliche LDL-Cholesterinspiegel sank in der Interventionsgruppe von 133 mg/dl auf 73 mg/dl.

Während des Nachuntersuchungszeitraums von durchschnittlich 4,9 Jahren trat bei 11,2 Prozent der Patienten unter Atorvastatin ein tödlicher oder nicht tödlicher Schlaganfall auf. Unter Placebo war dies bei 13,1 Prozent der Patienten der Fall. Demnach sinkt das Risiko statistisch um 16 Prozent (p kleiner 0.03). Allerdings traten hämorrhagische Schlaganfälle unter dem Verum häufiger auf als unter Placebo.

Auch die Zahl der kardialen Ereignisse sank unter Atorvastatin. Bei 3,4 Prozent der SPARCL-Patienten unter Atorvastatin – die zu Beginn der Studie keinerlei kardiovaskuläre Auffälligkeiten hatten – wurden während des Untersuchungszeitraums die Herzkranzgefäße in Mitleidenschaft gezogen. Unter Placebo war dies bei 5,1 Prozent der Patienten der Fall (p gleich 0.003).

Über die Konsequenzen dieser Studie wird noch diskutiert. Experten weisen darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen der Cholesterinsenkung und der Prävention eines Schlaganfalls noch genauer untersucht werden müsste und die Ätiologie eines Schlaganfalls weitaus komplexer ist als jene eines Herzinfarkts.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine 2006, Vol. 355, S. 549-559