Bild: Blüten eines Weißdorns 
Weißdorn sieht zwar nett aus,
gegen Herzschwäche scheint er
aber kaum zu helfen © F.Lange

Die Studie unter dem Namen „Survival and Prognosis: Investigation of Crataegus Extract WS 1442 in CHF (SPICE)“ wurde jetzt auf dem Jahreskongress des "American College of Cardiology (ACC)" in New Orleans vorgestellt. Durchgeführt wurde die Untersuchung mit einem Crataegus (Weißdorn)-Extrakt, der bis zu 20 Prozent Procyanidine enthielt, die für die pharmakologische Wirksamkeit des Weißdorns mitverantwortlich sein sollen. Seit Jahrhunderten wird der Weißdorn bei Herzschwäche gegeben und viele Studien haben auch tatsächlich eine Wirksamkeit nachgewiesen.

Ein differenziertes Bild zeigt nun aber SPICE: 2.681 Patienten mit einer Herzschwäche nach NYHA-Klasse 2 bis 3 und einer linksventrikulären Ejektionsfraktion von unter 35 Prozent erhielten randomisiert zwei Jahre lang das Crataegus-Präparat WS-1442 in einer Dosierung von 900 mg pro Tag oder Placebo, jeweils zusätzlich zur Standardmedikation wie Diuretika, Beta-Blockern und anderen.

In Bezug auf plötzlichen Herztod, tödliche und nicht-tödliche Myokardinfarkte oder Krankenhauseinweisungen wegen einer verschlechterten Herzinsuffizienz zeigte der Weißdornextrakt keinerlei Vorteile: In beiden Gruppen, mit und ohne Weißdornextrakt, traten diese Ereignisse ungefähr gleich häufig auf.

Allerdings zeigte sich auch, dass der Weißdornextrakt nicht schadet. Er kann gefahrlos zusätzlich zu den anderen Medikamenten verabreicht werden. Die Rate der unerwünschten Wirkungen war in beiden Gruppen vergleichbar.

Offenbar profitieren aber jene Patienten von Weißdorn, die eine linksventrikuläre Ejektionsfraktion von 25 bis 35 Prozent aufweisen. In dieser Untergruppe der SPICE-Studie konnte die Rate des plötzlichen Herztods im zweiten Jahr der Verabreichung des Weißdornextrakts gesenkt werden.

MEDICA.de; Quelle: American College of Cardiology 2007 Scientific Sessions