Weniger Feinstaub auch gut für Erwachsene

Die Frage, mit der sich das Forschungsprojekt SAPALDIA (Swiss Cohort Study on Air Pollution And Lung Diseases in Adults) befasste, lautete, ob sich die Gesundheit von Personen, die einer hohen Schadstoffbelastung der Luft ausgesetzt sind, schneller verschlechtert als von Personen, die in einer weniger stark belasteten Umgebung leben. "Über die kurzfristigen Effekte der Feinstaubbelastung ist relativ viel bekannt", sagt Ursula Ackermann-Liebrich, Co-Leiterin des Sapaldia-Projektes vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Basel. Als schwieriger hat es sich erwiesen, den langfristigen Einfluss von Luftschadstoffen zu belegen.

"Zu Beginn der Studie lautete unsere Hypothese: Je stärker der Rückgang der Luftschadstoffbelastung, desto geringer sollte die altersbedingte Abnahme der Lungenfunktion sein", sagt Ursula Ackermann. Diese Hypothese konnte nun belegt werden. "Die altersbedingte Abnahme der Lungenfunktion war dabei im Durchschnitt umso geringer, je stärker sich die Luftqualität im Wohngebiet einer Person verbessert hatte", sagt Thierry Rochat. Auch Erwachsene profitieren also langfristig von einer Verbesserung der Luftqualität.

Besonderes Gewicht legen die Forschenden auf die Tatsache, dass eine Reduktion der Feinstaubbelastung sowohl in städtischen Gebieten als auch in Höhenkurorten bei den untersuchten Personen zu verbesserter Lungenfunktion geführt hat. Die Schweiz weist keine hoch verschmutzte Luft auf, aber auch in Regionen mit guter Luftqualität hat der Unterschied einen Effekt. "Da die Verbesserung an allen acht untersuchten Messorten nachweisbar ist, können die Resultate der Studie nun zur Festlegung von langfristigen Grenzwerten für Luftschadstoffe herangezogen werden", ist Ursula Ackermann überzeugt.

MEDICA.de; Quelle: Schweizerischer Nationalfonds SNF