Man hat vermutet, dass Wirkstoffe aus der Gruppe der lipidsenkenden Statine das Risiko von Frakturen verringern könnten. Diese Fragestellung ist zur Zeit Gegenstand verschiedener Studien. Einige Untersuchungen haben diese These bestätigt, andere dagegen konnten keinerlei Benefit aufzeigen.

Der Wissenschaftler Dr. Richard E. Scranton und seine Arbeitsgruppe von der Harvard Medical School in Boston, USA, haben zur Diskussion nun weitere Fakten beigetragen. Sie nutzten die Daten aller männlichen Patienten, die zwischen Januar 1998 und Juni 2001 durch das "New England Veterans Affairs health care system" behandelt wurden.

Insgesamt 91.052 Patienten kamen für diese große Studie in Frage. 28.063 von ihnen nahmen Statine ein und 2.195 weitere Patienten andere Wirkstoffe, die ebenfalls die Blutfette senken. Der Vergleich mit den Frakturdaten zeigte: Patienten, die Statine einnehmen, haben ein 36 Prozent geringeres Risiko, eine Fraktur zu erleiden, als Menschen, die keine Statine einnehmen. Auch im Vergleich zu anderen lipidsenkenden Wirkstoffen, die aber keine Statine waren, ist das Frakturrisiko signifikant geringer: nämlich um 32 Prozent.

Gesondert analysierte die Arbeitsgruppe dann jene Patienten, die erstmals innerhalb des Untersuchungszeitraums Statine einnahmen. Auch bei ihnen sank das Frakturrisiko deutlich. Und zwar in allen Fällen unabhängig vom Body Mass Index, dem Alter, Osteoporose und anderen Komorbiditäten, die häufig zu Frakturen führen.

Damit ist die Frage, ob Statine nun einen knochenschützenden Effekt haben oder nicht, nach Ansicht der Studienautoren aber noch nicht ausgestanden. Jetzt müssten weitere Studien ihre eigenen Ergebnisse stützen oder wiederlegen, schreiben sie.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Internal Medicine 2005, Vol. 165, S. 2007-2012